Kannibalismusverdacht: - DER SPIEGEL
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Kannibalismusverdacht Ex-Soldat soll Herz und Zunge von 90-Jährigem gekocht haben

Ein Teller voller Bohnen und Fleisch, daneben ein toter 90-Jähriger: Dieser grausige Leichenfund in den französischen Pyrenäen hat die Ermittler auf den Plan gerufen: Jetzt haben Laboranalysen den Kannibalismusverdacht gegen einen Ex-Soldaten erhärtet.
Französische Ermittler am Tatort im französischen Noulhian
Französische Ermittler am Tatort im französischen Noulhian

Französische Ermittler am Tatort im französischen Noulhian

Foto: REMY GABALDA/ AFP
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Tarbes - Die Vorwürfe waren haarsträubend: Ein 26-jähriger Franzose aus dem südfranzösischen Département Hautes-Pyrénées soll die Zunge und das Herz eines Greises gekocht und teilweise gegessen haben. Jetzt haben Analysen der Gerichtsmedizin bestätigt, dass es sich bei den Fleischresten, die Polizeibeamte auf einem Teller in der Wohnung des mutmaßlichen Täters neben der Leiche des 90-Jährigen gefunden hatten, eindeutig um Menschenfleisch handelt. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft in Tarbes.

Es bleibe allerdings unklar, ob der Tatverdächtige tatsächlich davon gegessen habe, hieß es. Deshalb soll jetzt das Fleisch auf Speichelreste und DNA untersucht werden. Der ehemalige Soldat Jérémy R. wird verdächtigt, den alten Mann mit einem Metallwerkzeug getötet zu haben. Dann soll er Herz und Zunge eigenhändig entnommen und gekocht haben. R. selbst hat ausgesagt, Stimmen gehört zu haben, die ihm befohlen hätten, dies zu tun. Er wurde in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Am 15. November war die Leiche des Rentners im südfranzösischen Nouilhan gefunden worden, der Verdächtige ging als "Kannibale von Nouilhan" in die Berichterstattung ein. Der Vater des 26-Jährigen zeigte sich schockiert: "Ich verstehe das nicht, niemand kann das verstehen. Das ist zu grausam", sagte er der Zeitung "La Dépêche du Midi". "Wir sind eine normale Familie, wir haben ihn ganz normal großgezogen."

Der Zeitung zufolge war R. zum Tatzeitpunkt arbeits- und offenbar auch wohnungslos. Etwa fünf Jahre habe er in der Armee gedient, unter anderem in Afghanistan. "Wir haben ihn gesehen, nachdem er zurück war, er hat davon erzählt, aber er wirkte nicht traumatisiert", erinnert sich sein ehemaliger Fußballtrainer.

ala/AFP