Kassel Kinderpornos auf Richter-Computer
Kassel - Die Polizei war im Sommer durch einen Tipp der Staatsanwaltschaft Cottbus auf den Richter aufmerksam geworden. In einem Brandenburger Ermittlungsverfahren habe es Hinweise auf die kinderpornografische Samlung des Juristen gegeben.
Die Staatsanwaltschaft Marburg bestätigte Ermittlungen gegen den promovierten Juristen, der sich zu den Vorwürfen bereits geäußert habe. Der "Wetzlarer Neuen Zeitung" zufolge soll er rund 1000 Dateien aus dem Internet heruntergeladen haben. Diese Zahl konnte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen.
Ende August sei das Haus des Richters durchsucht und sein Computer sichergestellt worden. Ein Sachverständiger habe die Auswertung des Computers mittlerweile abgeschlossen.
Hessens Justizminister Jürgen Banzer (CDU) hat beim Richterdienstgericht beantragt, dem Gerichtspräsidenten vorläufig die Führung seiner Amtsgeschäfte zu untersagen und ihn in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Der 53-Jährige ist seit Dezember 2004 Präsident des Kasseler Verwaltungsgerichts. Gegenwärtig sei der Mann dienstunfähig erkrankt, berichtete Ministeriumssprecherin Nicole Demme. Abhängig vom Strafverfahren werde sich ein Disziplinarverfahren anschließen.
jto/dpa