Kidnappings: Philippinische Terrortruppe lässt Teenager gehen - DER SPIEGEL
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Geisel befreit: Abu Sayyaf lässt Teenager gehen

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Kidnappings Philippinische Terrortruppe lässt Teenager gehen

Fünf Monate lang war ein 14-jähriger US-Amerikaner auf den Philippinen in der Gewalt der Terrorgruppe Abu Sayyaf, jetzt kam er frei. Die genauen Umstände sind unklar - so wie das Schicksal eines Australiers, den die Terroristen am Montag verschleppten.
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Manila - In der Nacht zum Sonntag wurde Kevin Eric Lunsmann, 14 Jahre jung und seit Juli Geisel der berüchtigten Terrorgruppe Abu Sayyaf, von einer Armeepatroille am Rande der 80.000-Einwohnerstadt Lamitan auf der philippinischen Insel Basilan aufgegriffen. Der Junge war kurz davor freigekommen. Ob ein Lösegeld gezahlt wurde und die Entführer ihn in die Freiheit entließen, ist bisher nicht bekannt. Einzelne Berichte deuten darauf hin, dass Lunsmann seinen Entführern eventuell aus eigener Kraft entkommen sein könnte: Bestätigungen für die eine oder andere Version gibt es bisher nicht.

Lunsmann ist Sohn eines US-Amerikaners und einer philippinischen Mutter. Mit ihr und einem Cousin verbrachte er im Juli einen Urlaub auf der philippinischen Insel Tictabon, wo sie von Abu-Sayyaf-Kämpfern entführt und nach Basilan gebracht wurden. Die Insel gilt als Hochburg der Terrororganisation. Lunsmanns Mutter wurde im Oktober nach Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von einigen tausend Dollar, die von Abu Sayyaf "für Kost und Logis" eingefordert wurden, freigelassen. Lunsmanns Cousin kam im November frei.

Abu Sayyaf hatte zuletzt am vergangenen Montag Schlagzeilen gemacht, als Kämpfer der Gruppe ein Dorf auf der Insel Mindanao überfielen und den 53 Jahre alten Australier Warren Rodwell entführten. Rodwell, der sich selbst als Autor bezeichnet, zog nach seiner Pensionierung aus den australischen Streitkräften nach Mindanao. Der Ex-Soldat wehrte sich offenbar heftig gegen seine Entführer, die ihm daraufhin in die Füße schossen, bevor sie ihn verschleppten. Sein Schicksal und Verbleib ist unbekannt, eine Lösegeldforderung ist bisher nicht eingegangen. Die australische Regierung sprach Mitte der Woche eine Reisewarnung für die Philippinen aus, wegen erhöhter Gefährdungslage durch islamistische Terrorgruppen.

Die Entführung von Menschen vorzugsweise aus westlichen Ländern, um Lösegelder zu erpressen, gehört zu den Standard-Methoden von Abu Sayyaf. Die islamistische Gruppe ging Anfang der Neunziger Jahre aus der muslimischen Unabhängigkeitsbewegung der südlichen Philippinen hervor. Ihr werden enge Kontakte zu al-Quaida nachgesagt, die Gruppen kooperierten mehrfach bei Anschlägen. Über 200 Tote gehen nachweislich auf das Konto der Gruppe, Opfer von Anschlägen, aber auch Geiseln, die bei Nicht-Zahlung von Lösegeldern enthauptet wurden.

pat/Reuters