Kinderhandel Mutter verkaufte ihr Baby
Krefeld - Die Polizei hatte noch in letzter Minute eingreifen können und den nur 1950 Gramm schweren Säugling in ein Krankenhaus gebracht, wie die Ermittler heute mitteilten. Ihren Angaben zufolge hatten eine 48-jährige Krefelderin und ihr wohlhabender 73-jähriger Lebensgefährte über eine Vermittlern Kontakt zu einer 32-jährigen Polin aufgenommen, die ein Kind erwartete und auf Grund ihre Lebensumstände bereit war, es zu verkaufen.
Vor gut einer Woche sei dann die werdende Mutter aus Polen angereist. Für die Geburt habe die Vermittlerin ein Zimmer in ihrem Haus zur Verfügung gestellt. Hier sei das Kind am Montagabend, einen Monat zu früh, zur Welt gekommen. Unmittelbar nach der Geburt wurde der Säugling der Polizei zufolge der "Käuferin" übergeben.
Die 48-Jährige hatte die Tat gut vorbereitet und in ihrer Nachbarschaft bereits seit Monaten erzählt, dass sie ein Kind erwarte. Dennoch erhielt die Polizei schon einen Tag später einen Hinweis auf den Kinderhandel und stieß bei einer rasch eingeleiteten Wohnungsdurchsuchung auf das winzige Baby. Es wurde sofort mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und dort medizinisch versorgt. Gegen die drei beteiligten Frauen sowie gegen den Lebensgefährten der Käuferin wurde Untersuchungshaft wegen Kinderhandels angeordnet. Ihnen drohen nun Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren.