Köln: Polizei setzt mehr als 130 Hooligans fest - DER SPIEGEL
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Köln Polizei setzt mehr als 130 Hooligans fest

Nach dem WM-Vorrundenspiel England gegen Schweden hatte die Kölner Polizei alle Hände voll zu tun. Die Beamten nahmen 137 Hooligans in Gewahrsam - die meisten davon Deutsche, aber auch Engländer und Schweden.
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Köln/Berlin - Nach Angaben der Polizei wurden die Hooligans in Gewahrsam genommen oder sogar festgenommen. Es handele sich unter anderem um 99 Deutsche, 24 Engländer sowie vier Schweden, sagte ein Sprecher. Die Einsatzkräfte umstellten gestern am späten Abend eine Gaststätte in Köln, in der sich etwa 50 deutsche Hooligans aufhielten. Die Kneipengäste hätten ausländische Fußballfans gezielt provoziert, sagte ein Polizeisprecher. Die Männer seien als Gewalttäter bekannt gewesen, und die Fahnder seien davon ausgegangen, dass die Gruppe etwas vorgehabt habe. Allein hier wurden 45 Menschen festgenommen.

Nach dem Zwischenfall wurde der im Zentrum der Fanzone gelegene Alte Markt für den Rest des Abends vollständig gesperrt. Die Lage an der Gaststätte entspannte sich in den frühen Morgenstunden wieder, in der gesamten Stadt liefen aber noch 26 Polizeieinsätze.

Den Angaben zufolge hielten sich am Abend zeitweise rund 200.000 Menschen in der Kölner Innenstadt auf, darunter zahlreiche Fans der Mannschaften Englands, Schwedens und Deutschlands. Bereits vor dem Spiel hatte die Polizei mehrere Zusammenstöße zwischen englischen und deutschen Fangruppen verzeichnet. Die Polizei bezeichnete die Lage zeitweise als "sehr angespannt". Bei Schlägereien wurden mehrere Menschen leicht verletzt.

In Berlin hingegen verliefen die bis spät in die Nacht dauernden Feiern nach dem 3:0-Sieg der deutschen Mannschaft über Ecuador weitgehend friedlich. Deutschland qualifizierte sich damit für das Achtelfinale und tritt am Samstag gegen Schweden an. Nach Polizeiangaben erwies sich besonders die Fanmeile an der Straße des 17. Juni wieder als Publikumsmagnet. Nach Spielende zogen mehrere tausend Feierwillige zum Kurfürstendamm und zum Breitscheidplatz. Autokorsos zogen über Stunden durch die Stadt. Die Stimmung war laut Polizei auch an den anderen Veranstaltungsorten und den "Public-Viewing-Points" entspannt. Es gab allerdings mehr Festnahmen als an den vorhergehenden Tagen, unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Körperverletzungen unter Alkoholeinfluss. Rund 4000 Polizisten waren im Einsatz.

Für den weiteren Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaft sehen die Sicherheitskräfte einem Bericht der "Welt" zufolge keinen Anlass zur Sorge. "Wir haben keinerlei konkrete Informationen über bevorstehende Anschläge oder sonstige Ausschreitungen", sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, dem Blatt. Die Zwischenbilanz zum Ende der Vorrunde sei durchweg positiv. Die Sicherheitskräfte hielten sich überall dort zurück, wo sie könnten und schritten konsequent ein, wo sich Straftaten ereigneten.

Die höchste Sicherheitsstufe gilt heute in Leipzig, wo Iran gegen Angola antritt. Der letzte WM-Auftritt der iranischen Mannschaft soll wieder von Protesten gegen den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und dessen antisemitische Äußerungen begleitet werden. Die Polizei erwartet 18.000 Fans aus beiden Ländern. Bis zu 2000 Polizisten werden im Einsatz sein. Weitgehend friedliche Proteste gegen den iranischen Staatschef hatte es zuvor auch in Nürnberg und Frankfurt gegeben.

ffr/AFP/dpa/AP

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