Angie Sanclemente Valencia: Vom Model zur "Kokainkönigin"
Koks im Gepäck Interpol sucht Model wegen Drogenhandels
Buenos Aires - Angie Sanclemente Valencia hatte es geschafft: Sie war ein Star auf Laufstegen und vor Fotokameras, verdiente gutes Geld als Model. Nun geht ein anderes Bild der 30-Jährigen um die Welt: Interpol sucht die 1,60 große Kolumbianerin mit einem internationalen Haftbefehl - wegen Verbrechen im Zusammenhang mit Drogen, heißt es auf der Website.
Sanclemente Valencia steht Medienberichten zufolge unter dem Verdacht, einen internationalen Kokainhandel zu betreiben. Zurzeit soll sie sich in Argentinien verstecken. Die dortigen Behörden verdächtigen das Model laut CNN, der Kopf einer internationalen Bande zu sein. Diese nutze die Models als Drogenkuriere und bringe sie dazu, Koffer mit Kokain über den Flughafen von Buenos Aires außer Landes zu schmuggeln.
"Ich bin überzeugt, Sanclemente ist in Drogenhandel verwickelt, kann aber noch nicht genau sagen, welche Rolle sie spielt", zitierte CNN eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittler.
In einem Facebook-Eintrag richtete sich die 30-Jährige, die inzwischen in zahlreichen Medien "La Reina de la coca" genannt wird, laut CNN direkt an den Sender und betonte ihre Unschuld: "Ich bin unschuldig."
Bisher wurden dem Sender zufolge sechs Personen festgenommen, vier Männer und zwei Frauen. Unter ihnen soll eine 21-jährige Frau namens Maria sein, die im Dezember am Flughafen von Buenos Aires gefasst wurde. Sie war auf einen Flug nach Cancún in Mexiko gebucht und hatte 55 Kilogramm Kokain bei sich.
Einige der Festgenommenen sollen als Drahtzieher Sanclemente Valencia und ihren Freund, ein 23 Jahre altes argentinisches Model, genannt haben.
"Es gibt keinen einzigen Beweis"
Sanclemente soll danach untergetaucht sein. Argentinischen Medien zufolge reiste sie am 7. Dezember von Mexiko aus in Argentinien ein. Ihr Freund wurde inzwischen verhaftet, wie die spanische Zeitung "El Mundo" berichtet.
Das Blatt rechnet damit, dass sich auch die vermeintliche "Drogenkönigin" demnächst dem Richter stellen werde.
Ihr Anwalt sagte dem Blatt zufolge, seine Mandantin habe sich bisher noch nicht gestellt, weil sie besondere Angst vor dem Gefängnis habe. "Eine so schöne Frau wie sie muss fürchten, im Gefängnis vergewaltigt zu werden", sagte Guillermo Tiscornia "El Mundo".
In einem Interview mit dem argentinischen Radiosender Mitre betonte der Anwalt ihre Unschuld: "Es gibt keinen einzigen Beweis, dass diese Frau ein Drogenboss ist." Sie sei von Drogenschmugglern beschuldigt worden - mit diesen Anschuldigungen müsse man sehr vorsichtig sein. "Es gibt keinen Beweis, der sie mit den anderen Verdächtigen in Verbindung bringt", so der Anwalt weiter. Er wisse nicht, wo sich Sanclemente derzeit aufhalte. Ihre Mutter habe ihn mit der Verteidigung beauftragt.
Sanclemente Valencia wurde im Jahr 2000 berühmt, als sie in ihrer kolumbianischen Heimat zur Kaffeekönigin gekürt wurde. Allerdings wurde ihr der Titel laut CNN nach lediglich zwei Tagen wieder entzogen, weil sie verheiratet war und damit gegen die Teilnahmebedingungen verstieß. Rund fünf Jahre ging sie nach Mexiko, wo sie ihre Karriere als Model begann und Nebenrollen in Fernsehproduktionen übernahm.