Kolumbien: Rebellen lassen deutsche Geisel frei - DER SPIEGEL
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Kolumbien Rebellen lassen deutsche Geisel frei

Nach fünf Jahren Geiselhaft ist ein Deutscher in Kolumbien freigelassen worden. Lothar Hintze war 2001 von der Rebellenorganisation Farc entführt worden.
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Berlin - Der seit vielen Jahren in Kolumbien lebende Hintze wurde im März 2001 von der Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) entführt. Ohne die Hilfe der kolumbianischen Regierung, des Roten Kreuzes und der katholischen Kirche wäre die Freilassung nicht möglich gewesen, erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Dem Ministerium zufolge hält sich Hintze derzeit in der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Bogotá auf und wird psychologisch betreut. Nähere Angaben zur Freilassung machte ein Ministeriumssprecher unter Hinweis auf die geschätzt rund 5000 Entführten in dem Land nicht. Im Zusammenhang mit der Entführung habe es keine politischen Forderung der Farc gegeben, sagte er.

Hintzes Frau Rosy sagte dem privaten Rundfunksender Caracol in Bogotá, sie sei "überglücklich" über die Nachricht von der Freilassung ihres Mannes aus der Geiselhaft und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen. "Ich weiß nur, dass er am Dienstagabend freigelassen wurde", sagte Hintzes Frau. Ihr Mann solle zunächst medizinisch und psychologisch untersucht werden.

Über die Umstände der Freilassung wisse sie nichts. "Seit Jahren habe ich auf seine Freilassung gewartet und jetzt empfinde ich nur Dankbarkeit." Am fünften Jahrestag der Entführung hatte Rosy Hintze vor kurzem gesagt, sie wisse nichts über das Schicksal ihres Mannes, obwohl das von den Entführern geforderte Lösegeld bereits zwei Mal gezahlt worden sei.

"Jahrelange geduldige Arbeit"

Der Freilassung sei "jahrelange geduldige Arbeit" des Krisenstabs vorausgegangen, sagte Steinmeier. Ein Sprecher des Außenministers sagte, die Entführer hätten keine politischen Forderungen gestellt.

Die Farc ist die größte Rebellengruppe des lateinamerikanischen Landes. Sie hat derzeit etwa 60 Geiseln in ihrer Gewalt; mit den Geiselnahmen will die Farc die Freilassung inhaftierter Mitglieder aus dem Gefängnis erzwingen. Seit Februar 2002 hat die Gruppe auch die Grünen-Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt in ihrer Gewalt.

Nach der Freilassung Hintzes sind weltweit noch zwei Deutsche entführt - im Irak. Auch die Bemühungen um ihre Freilassung gehen unvermindert weiter. Der Krisenstab trifft sich täglich. Die beiden Techniker einer Firma aus der Region Sachsen sind seit Januar in der Gewalt der Geiselnehmer.

dab/reuters/AFP