Leipzig Bewaffneter lässt erste Geiseln frei
Polizisten vor der H&M-Filiale in der Leipziger Innenstadt: Notruf aus dem Laden
Foto: Hendrik Schmidt/ dpaLeipzig - Ungefähr zehn Menschen, die sich vorübergehend in der Gewalt des Leipziger Geiselnehmers befunden hatten, konnten die H&M-Filiale in der Leipziger Innenstadt inzwischen verlassen. "Die waren völlig verstört, fertig und weinten", sagte Polizeisprecherin Anke Fittkau." Sie würden nun betreut und von Experten befragt. Wie viele Kunden und Angestellte des Geschäfts in der Gewalt des Unbekannten verblieben, war zunächst ebenso unklar wie das Motiv des Mannes.
Augenzeugen hatten den Geiselnehmer im 1. Stock des H&M-Modehauses in der Fußgängerzone zwischen Thomaskirche, Markt und Neuem Rathaus mit einer Pistole in der Hand gesehen. Offensichtlich gibt es noch keine Erkenntnisse darüber, ob der Mann eine "scharfe" Waffe oder eine Schreckschusswaffe besitzt. Die Fußgängerzone rund um das Geschäft wurde abgesperrt. Neben einem Spezialeinsatzkommando waren auch mehrere Krankenwagen vor Ort.
Unterdessen sollen Experten des Landeskriminalamtes (LKA) einen ersten Kontakt zum Täter aufgenommen haben. Das LKA hat eine entsprechend geschulte Einsatzgruppe, die im Fall einer Geiselnahme Verhandlungen führt. Parallel dazu patrouillierten mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten in der Nähe des Gebäudes.
Kurz nach 12.30 Uhr war bei der Polizei ein erster Notruf eingegangen. H&M-Kunden hätten selbst angerufen, sagte eine Behördensprecherin.
Wenig später war das Gelände mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Insgesamt sind etwa 70 Geschäfte betroffen. Die Inhaber wurden aufgefordert, die Läden dicht zu machen und sich einzuschließen. Das Karstadt-Kaufhaus verriegelte seine Eingänge. Auch Tiefgaragen wurden für die Öffentlichkeit gesperrt.