Lichtenberger U-Bahn-Schläger Opfer leidet unter Angstzuständen
Berlin - Das schwer verletzte Opfer der mutmaßlichen Berliner U-Bahnschläger leidet bis heute unter Angstzuständen. Das sagte der Anwalt des Angegriffenen am Rande des nicht öffentlichen Verfahrens vor dem Berliner Landgericht. Dem Anwalt zufolge kann sich der 30-Jährige aufgrund seiner schweren Verletzungen "nur bruchstückhaft erinnern". Die medizinische Genesung sei bei ihm "so weit es möglich ist" eingetreten. Psychisch sei sein Mandant "schwer angeschlagen".
Bei seiner Zeugenvernehmung habe es der Mandant vermieden, die Angeklagten anzuschauen, hieß es. Vom Verfahren gegen seine mutmaßlichen Peiniger erwartet der attackierte Handwerker eigenen Angaben zufolge "was Vernünftiges" - also eine "gerechte Strafe", wie sein Anwalt ergänzte. Weitere Fragen wollte der 30-Jährige nicht beantworten.
In dem Prozess müssen sich vier jungen Migranten im Alter von heute 15 bis 18 Jahren wegen versuchten Mordes verantworten. Im Februar dieses Jahres sollen sie zwei Männer auf dem Bahnsteig aus "Hass auf Deutsche" sowie "Spaß an grundloser Gewaltausübung gegen Schwächere" misshandelt und beraubt haben. Ein Opfer war bis zur Bewusstlosigkeit getreten und geschlagen worden. Sein Arbeitskollege kam mit Hämatomen davon.
Das Verfahren gegen die Jugendlichen findet wegen ihres Alters hinter verschlossenen Türen statt. Bislang haben sie zu den Vorwürfen geschwiegen. Nur ein Jugendlicher habe bisher geäußert, dass es ihm leidtue, sagte der Opferanwalt.
Nach Angaben eines Verteidigers gab es vor dem Gewaltexzess auf dem Bahnsteig "eine Art Kommunikation, die von den Geschädigten ausging". "Es war eine Was-guckst-Du-Situation." Der Kollege des Handwerkers war nach den Worten des Verteidigers damals auf die Jugendlichen zugegangen, weil sie ihn angeschaut hatten, als er sich "was zu Rauchen drehte". Das Opfer habe dann Nase an Nase einem Angeklagten gegenübergestanden und nach dessen Alter gefragt. Auch der später bis zur Bewusstlosigkeit misshandelte Arbeitskollege soll vor der Attacke etwas gesagt haben.
Der Prozess wird am 2. Dezember fortgesetzt.