Prozess in London 19 Jahre alter Auftragskiller zu 20 Jahren Haft verurteilt
Woolwich Crown Court in London: Hier wurde der 19-Jährige schuldig gesprochen
Foto: Kin Cheung / APEin britisches Gericht verurteilte im Juli einen 19 Jahre alten Norweger wegen der Beteiligung an einem mutmaßlich von Iran initiierten Mordkomplott. Der junge Mann hatte nach Ansicht des Gerichts im vergangenen Jahr zugestimmt, für 25.000 Euro einen Menschen zu erschießen. Nun hat das Gericht in London das Strafmaß festgelegt: Der 19-Jährige ist zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.
Der Angeklagte habe sich im Alter von 18 Jahren bereit erklärt, gegen Geld einen ihm völlig unbekannten Menschen zu töten, sagte die Vorsitzende Richterin Bobbie Cheema-Grubb bei der Urteilsverkündung in London.
Der Teenager war im März vergangenen Jahres in einem Hotel in Huddersfield nordöstlich von Manchester festgenommen worden. Bei ihm wurden eine halbautomatische Pistole, ein Revolver und 19 Patronen gefunden, die er unter seinem Bett versteckt hatte.
»Agent 47« bot 25.000 Euro
Der Auftrag kam nach Justizangaben von der kriminellen Organisation Foxtrot in Schweden. Großbritannien hat Sanktionen gegen die Bande und ihren Chef Rawa Majid verhängt. Ihnen wird vorgeworfen, im Auftrag der iranischen Führung destabilisierende Handlungen zu planen.
Ein Foxtrot-Mitglied mit dem Decknamen »Agent 47« bot dem 19-Jährigen den Ermittlungsergebnissen zufolge 25.000 Euro für den Mord in Großbritannien an. Eine Durchsuchung seines Telefons ergab, dass er detaillierte Anweisungen erhielt: Karten, Fotos und Videos, die das Versteck mit den Waffen zeigten. Einem norwegischen Freund schrieb er, er habe die Waffen nicht ausprobiert: »Sie werden an dem Typ getestet.«
Der junge Mann gestand vor Gericht den Besitz der Pistole, des Revolvers und von Munition, bestritt jedoch die Anstiftung zum Mord und gab an, nicht die Absicht gehabt zu haben, den Plan auszuführen.
Warum in Schweden 15-Jährige bereit sind, für ein paar Tausend Euro zu töten, lesen Sie hier.