Love-Parade-Katastrophe Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen aus
Massenpanik im Juli 2010: 17 Personen der fahrlässigen Tötung verdächtigt
Foto: Daniel Naupold/ dpaDuisburg - Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zur Katastrophe der Love Parade in Duisburg ausgeweitet. Der Duisburger Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch bestätigte dem SPIEGEL, dass nunmehr ein weiterer Mitarbeiter der Firma Lopavent als Beschuldigter geführt werde. Lopavent hatte die Techno-Parade am 24. Juli 2010 ausgerichtet.
Damit erhöht sich die Zahl der Personen, die im Verdacht der fahrlässigen Tötung in 21 Fällen stehen, von 16 auf 17. Wie Nowotsch ebenfalls bestätigte, wurde heute die Wohnung des Mannes durchsucht, um Beweismaterial sicherzustellen.
Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich bei dem neuen Beschuldigten um den ehemaligen Organisationsleiter ("Head of Organisation") der Love Parade. Laut einer vertraulichen "Veranstaltungsbeschreibung" oblag dem Bochumer seinerzeit die Gesamtleitung der Musikveranstaltung, bei der es zu einer Massenpanik kam, in deren Folge 21 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden.
Im Zusammenhang mit der Katastrophe wird derzeit gegen vier weitere ehemalige freie Mitarbeiter von Lopavent, gegen elf Verantwortliche der Stadt Duisburg sowie gegen den damaligen Einsatzleiter der Polizei ermittelt. Der neue Beschuldigte war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zunächst nicht zu erreichen.