Mädchenmord in Emden: 18-Jähriger kommt vor Gericht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mord in Emden 18-Jähriger kommt wegen Aufrufs zur Lynchjustiz vor Gericht

Per Facebook soll ein 18-Jähriger andere dazu aufgefordert haben, das Polizeikommissariat in Emden zu stürmen und den mutmaßlichen Mörder eines Mädchens zu töten. Für den Aufruf zur Lynchjustiz muss sich der junge Mann ab Ende Mai vor Gericht verantworten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Emden - Ihm wird vorgeworfen, nach dem Mord an einem Mädchen über Facebook zur Erstürmung des Polizeikommissariats Emden und zum Lynchmord an einem Tatverdächtigen aufgerufen zu haben: Ein 18-Jähriger muss sich ab dem 30. Mai vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Dies teilte der Direktor des Amtsgerichts Emden am Dienstag mit.

In dem Kommissariat befand sich zum Zeitpunkt des Aufrufs ein damals 17-Jähriger, der in Verdacht stand, das Mädchen getötet zu haben. Inzwischen hat sich seine Unschuld erwiesen, ein zweiter Verdächtiger hat die Tat gestanden.

Dem Facebook-Aufruf zufolge sollte der 17-Jährige aus dem Polizeigewahrsam geholt und gelyncht werden. An dem Tag versammelten sich laut Staatsanwaltschaft abends etwa 50 Personen vor dem Polizeigebäude. Aus der Menge wurde die Herausgabe des vorläufig Festgenommenen verlangt. Zu Übergriffen kam es allerdings nicht.

Der 18-Jährige hatte Mitte April vor Polizisten eingeräumt, er sei durch den Tod des Mädchens stark emotional betroffen gewesen. Er hätte sich in keiner Weise darüber Gedanken gemacht, welche Tragweite sein Aufruf haben könne.

aar/dpa