Mafia-Boss: Totò Riina soll für Zuganschlag verantwortlich sein - DER SPIEGEL
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Mafia-Boss Totò Riina soll für Zuganschlag verantwortlich sein

Er ist einer der mächtigsten Anführer der sizilianischen Mafia - und sitzt seit fast zwei Jahrzehnten hinter Gittern: Nach neuen Erkenntnissen neapolitanischer Ermittler soll Totò Riina auch den blutigen Anschlag auf einen Schnellzug in den achtziger Jahren zu verantworten haben.
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Rom - Der Boss der Cosa Nostra soll den Anschlag vom Dezember 1984 in Auftrag gegeben haben, wie mehrere italienische Medien am Mittwoch berichteten. Damals kamen in einem Schnellzug auf der Strecke von Neapel nach Mailand 15 Menschen ums Leben, 180 wurden bei dem Attentat in einem Tunnel in der Nähe von Bologna verletzt. Die Untersuchungen hätten jetzt unter anderem ergeben, dass für den Anschlag der gleiche Sprengstoff verwendet worden sei, wie bei dem Attentat, dem 1992 der Anti-Mafia-Richter Paolo Borsellino zum Opfer fiel.

Riina, der "Boss der Bosse" der sizilianischen Mafia, sitzt seit 18 Jahren hinter Gittern. Der 80-Jährige wird verantwortlich gemacht für mehr als 1000 Morde. Er soll auch die Ermordung Borsellinos und des ebenfalls bekannten Mafia-Jägers Giovanni Falcone 1992 angeordnet haben. Die Bombe im Schnellzug 904 hatte der deutsche Sprengstoffexperte und Rechtsradikale Friedrich Schaudinn gelegt. Sowohl er als auch der Mafioso Pippo Calo wurden im Zusammenhang mit der Tat verurteilt.

Das "Weihnachtsattentat" war der erste große Anschlag der Cosa Nostra, der nicht auf dem sizilianischen Stammterritorium der Mafiaorganisation erfolgte. Der Anschlag sollte die Fortsetzung eines Prozesses in Palermo verhindern, bei dem fast die komplette Führungsspitze der Cosa Nostra auf der Anklagebank saß.

wit/dpa