Einsatz in vier Bundesländern Festnahmen bei Razzia gegen die Mafia
Polizeieinsatz in Baden-Württemberg (Symbolbild)
Foto: Marius Bulling / onw-images / IMAGOMehrere Hundert Polizisten gehen in vier Bundesländern mit einer Razzia gegen Mafia und Organisierte Kriminalität vor. Das teilte die Polizei in Aalen mit. Demnach laufen Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und auch in Italien.
In verschiedenen Provinzen in Italien sowie in Baden-Württemberg sei es zu insgesamt 29 Festnahmen gekommen, davon 20 in Italien, teilte die italienische Polizei mit. Den Verdächtigen wird eine Verbindung zur kalabrischen Mafia ’Ndrangheta vorgeworfen, hieß es weiter.
Die Razzia laufe in mehreren Landkreisen in Baden-Württemberg, sagte ein Polizeisprecher in Aalen. Darunter seien der Rems-Murr-Kreis, der Kreis Ludwigsburg und der Großraum Stuttgart. Der Einsatz gehe auf eine Ermittlungskooperation mit den italienischen Behörden zur Bekämpfung der Mafia und der Organisierten Kriminalität zurück. Nähere Details kündigten die Polizei Aalen und die Staatsanwaltschaft Stuttgart für den Tagesverlauf an.
Baden-Württemberg ist Aktionsraum der Mafia
Nach einer Auskunft des Innenministeriums vom April 2024 leben in Baden-Württemberg rund 170 Personen, die das Landeskriminalamt der Organisierten Kriminalität zurechnet. Tätige Mafiaorganisationen seien ’Ndrangheta, Cosa Nostra, Camorra und Sacra Corona Unita. Die regionale Verteilung der rund 170 Personen zeige eine Häufung im Bodenseeraum und im Großraum Stuttgart.
Nicht nur als Rückzugsraum, sondern auch als Aktionsraum nutzten kriminelle Organisationen nach Art der italienischen Mafia die wirtschaftlich und geografisch günstige Lage Baden-Württembergs. Das Spektrum der Straftaten geht laut Ministerium dabei vom betrügerischen Handeln mit Lebensmitteln über den illegalen Rauschgifthandel, Waffendelikte und Geldwäsche bis zum Steuerbetrug.
In Baden-Württemberg sei bislang keine Zusammenarbeit von verschiedenen Gruppierungen festgestellt worden, hieß es in der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP im Landtag. Experten italienischer Antimafiabehörden vertreten jedoch die Auffassung, dass die Gruppierungen bei Erforderlichkeit und beiderseitigem Vorteil auch temporär beziehungsweise im Einzelfall zusammenarbeiten.