Mailand: Schüsse in Gericht - mutmaßlicher Täter festgenommen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bankrottverfahren in Mailand Angeklagter erschießt Richter

In Mailand hat ein Mann im Gericht mehrere Menschen getötet. Bei einem Opfer soll es sich um einen Richter handeln. Der Täter ist inzwischen gefasst.
Bankrottverfahren in Mailand: Angeklagter erschießt Richter
Bankrottverfahren in Mailand: Angeklagter erschießt Richter

Bankrottverfahren in Mailand: Angeklagter erschießt Richter

Foto: STEFANO RELLANDINI/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Angeklagter hat in einem Mailänder Gericht Schüsse abgefeuert und nach offiziellen Angaben drei Menschen getötet. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa und die Tagezeitung "La Repubblica" berichten, ist unter den Toten auch ein Richter.

Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei festgenommen, wie Innenminister Angelino Alfano bestätigte. Der Schütze war offenbar Angeklagter in einem Bankrottverfahren. Er konnte zunächst mit einem Motorroller flüchten, wurde aber schließlich von Polizisten in der Ortschaft Vimercate nordöstlich von Mailand gestellt.

Zunächst hatten ihn die Einsatzkräfte noch im Gebäude vermutet, weshalb das Gericht evakuiert wurde und Sicherheitskräfte die Eingänge absperrten. Die genauen Hintergründe der Tat sind bisher nicht bekannt.

Bei dem Täter soll es sich um einen 57 Jahre alten Mann handeln. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa war er wegen betrügerischen Bankrotts angeklagt. Er soll in den vergangenen Monaten erhebliche finanzielle Probleme gehabt haben.

Laut Staatsanwalt Edmundo Bruti Liberati feuerte der Mann zunächst auf seinen Anwalt und einen ebenfalls Angeklagten tödliche Schüsse ab. Zudem habe er einen weiteren Beschuldigten schwer verletzt. Dann sei der Mann ein Stockwerk tiefer gegangen und habe einen Richter erschossen.

"Plötzlich hörten wir mindestens drei bis vier Schüsse", berichtete der Anwalt Marcello Ilia. "Wir fragten uns noch, was los ist, als eine große Zahl von Polizisten auftauchte. Sie forderten uns auf, den Raum nicht zu verlassen und schlossen uns ein." Nach wenigen Minuten seien sie wieder aus dem Raum gelassen und zum Ausgang gebracht worden.

Nun stellt sich die Frage, wie der Mann mit einer Waffe ins Gerichtsgebäude kam - Besucher müssen durch einen Metalldetektor. Menschen, die dort regelmäßig zu tun haben, verfügen allerdings über Ausweise und werden nicht extra kontrolliert. Zeugen sagten, es sei problemlos möglich, ohne Kontrolle ins Gebäude zu gelangen, wenn man es gemeinsam mit seinem Anwalt betrete.

hut/ulz/Reuters/dpa/AP/AFP

Mehr lesen über