Am Dienstort Mannheim Getöteter Zugbegleiter wird mit Gedenktafel geehrt
Gedenken an Çalar: »Geschätzter Kollege und lieber Mensch«
Foto: Hannes P. Albert / dpa / picture allianceZu Ehren des bei einer Fahrscheinkontrolle getöteten Zugbegleiters Serkan Çalar wird am Mannheimer Hauptbahnhof eine Gedenktafel aufgestellt. Diese werde am 18. September enthüllt, sagte ein Sprecher der Bahn der Nachrichtenagentur dpa. Gemeinsam mit Çalars Familie wolle man einen dauerhaften Mahn- und Gedenkort errichten, um an den »geschätzten Kollegen und lieben Menschen« zu erinnern.
Im Juli hatte die Bahn bereits mitgeteilt, dass sie mit den Angehörigen diesbezüglich im Austausch sei. Mannheim war der Dienstort von Çalar.
Der Zugbegleiter und zweifache Vater war Anfang Februar nach der Attacke eines Fahrgasts nahe Landstuhl (Westpfalz) an einer Hirnblutung gestorben. Er wurde 36 Jahre alt. Der Angreifer war ohne Ticket in einem Regionalexpress unterwegs und wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Tat entbrannte eine Debatte über die Sicherheit in Zügen .
Die Familie von Çalar betonte erneut, dass sie der Tod tief erschüttert habe. »Es bricht uns das Herz, dass er uns in so jungen Jahren verlassen hat und eine tiefe Wunde in unseren Herzen hinterlässt«, teilten die Angehörigen mit. Dass es nun eine Gedenkstätte in seinem Namen geben soll, spende ihnen Trost. »Wir wissen, dass sein Name für immer fortleben wird – gelesen von Tausenden und niemals vergessen.«
Erst Anfang August waren durch ein Handball-Benefizspiel zwischen dem pfälzischen Zweitligisten Eulen Ludwigshafen und dem saarländischen Drittligisten HG Saarlouis rund 6000 Euro für die Hinterbliebenen zusammengekommen. Schirmherr war der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU).
Die Bahngewerkschaft EVG droht mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr, sollte die Bundesregierung das Strafmaß bei Angriffen auf Zugbegleiter nicht bald verschärfen. Lesen Sie hier mehr.