Massenmörder Breivik Attentäter wirft Psychiatern Lüge vor
Anders Breivik im Juli 2011: "Die ultimative Erniedrigung."
Foto: AFPHamburg - Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat in einem offenen Brief ein Gutachten angegriffen, das ihn wegen des Mordes an insgesamt 77 Menschen für nicht zurechnungsfähig erklärt. "Offen gesagt, das ist das Schlimmste, das mir passieren konnte, denn es ist die ultimative Erniedrigung", schrieb der Attentäter. Die norwegische Tageszeitung "VG" zitierte aus dem Brief.
Die Psychiater, die ihn im Gefängnis begutachteten, hätten 80 Prozent ihrer Aussagen über ihn erfunden, hieß es in dem Schreiben. Torgeir Husby und Synne Sörheim hatten bei Breivik eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Der Befund war von anderen Experten in Zweifel gezogen worden. Ein weiteres Gutachten wird noch vor dem Prozessbeginn am 16. April erwartet.
Der 33-Jährige hatte gestanden, am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen getötet zu haben. Im November erklärte ihn ein erstes Gutachten für geistig nicht zurechnungsfähig. Er habe in diesem Gutachten mehr als 200 Fehler gefunden, schrieb Breivik. Die zwei Psychiater hätten nicht verstanden, dass seine Taten auch politisch motiviert sein könnten.
Bei geistiger Unzurechnungsfähigkeit würde Breivik im Fall einer Verurteilung in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen und nicht ins Gefängnis gehen.