Mehmets Tod: Freund der Mutter legt Teilgeständnis ab - DER SPIEGEL
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Mehmets Tod Freund der Mutter legt Teilgeständnis ab

Der vierjährige Mehmet aus Zwickau soll zu Tode geprügelt worden sein. Seine Mutter und deren Lebensgefährte kamen in Untersuchungshaft. Dort gab der 45-Jährige zu, den Jungen misshandelt zu haben.
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Zwickau - In Untersuchungshaft legte der arbeitslose Mann ein Teilgeständnis ab. Der 45-Jährige habe zugegeben, den Vierjährigen erheblich misshandelt zu haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Zwickau. Die Mutter, die ebenso wie ihr Lebensgefährte wegen Verdacht des Totschlags in Untersuchungshaft sitzt, habe gestanden, dies mitbekommen zu haben.

Der Mann hatte am Freitag selbst einen Notarzt gerufen und angegeben, der kleine Mehmet sei die Treppe heruntergefallen. Laut Aussage der beiden Beschuldigten soll Mehmet hyperaktiv gewesen und in der Vergangenheit öfter gestürzt sein. Nach dem Treppensturz habe er sich wieder normal verhalten. Ein Notarzt konnte den Jungen zwar reanimieren, doch im Krankenhaus starb er dann an starken Hirnblutungen.

Die Ärzte waren angesichts der Verletzungen des Kindes skeptisch und schalteten die Polizei ein. Eine Obduktion ergab, dass der Vierjährige am ganzen Körper blaue Flecken hatte und mangelhaft ernährt war. Weil das Verletzungsbild eher für eine Misshandlung sprach, erging Haftbefehl gegen die 28 Jahre alte Mutter und ihren Lebensgefährten.

Zwickauer Behörden kannten den Fall Mehmet

Die Familie habe bisher unauffällig in einem Reihenhaus im Ortsteil Schedewitz gelebt, sagte der Staatsanwalt. "Es gab bislang keine Anhaltspunkte für Auffälligkeiten, so dass das Jugendamt hätte aktiv werden müssen." Zwei weitere Kinder im Alter von einem und sechs Jahren, die in der Familie lebten, wurden vorläufig in einem Kinderheim untergebracht. Über deren Zustand konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen.

Der Fall des zu Tode gequälten Mehmet war dem Jugendamt der westsächsischen Stadt bekannt. Sozialbürgermeisterin Pia Findeis sagte dem MDR- Mittagsmagazin, das Jugendamt habe sich von 2002 bis 2005 mit dem Vierjährigen und seiner Familie beschäftigt. Allerdings seien die Verantwortlichen im Mai 2005 zu einer positiven Prognose gekommen. Von diesem Zeitpunkt an habe es keine Anhaltspunkte mehr für Auffälligkeiten gegeben.

jjc/AFP/dpa