Überfall auf weißen US-Amerikaner Messerattacke entpuppt sich als Lügengeschichte
Wie die Polizei in Sheridan im US-Bundesstaat Colorado mitteilte, verletzte sich der 26-jährige Joshua Witt selbst mit einem neu gekauften Messer und dachte sich daraufhin den angeblichen Angriff aus. Witt hatte Fotos von seiner blutenden Hand und seinem blutverschmierten Auto auf seiner Facebookseite gepostet. Der Post ging viral und wurde von konservativen Medien aufgegriffen.
Witt hatte behauptet, er sei am 16. August auf einem Parkplatz vor einem Fast-Food-Restaurant aus seinem Auto ausgestiegen und plötzlich von einem Schwarzen attackiert worden. Dieser habe gefragt: "Bist Du einer dieser Neonazis?" und dann mit einem Messer in seine Hand gestochen. Danach sei der Mann zu Fuß geflüchtet.
Polizeichef Mark Campbell sagte, die Geschichte sei seinen Kollegen gleich merkwürdig vorgekommen. Auf dem Parkplatz waren viele andere Menschen, aber niemand konnte den Angriff bezeugen. Auch die Bilder einer Überwachungskamera bestätigten Witts Geschichte nicht.
Dennoch nahm die Polizei einen Obdachlosen fest, auf den Witts Personenbeschreibung passte. Der konnte den Mann bei einer Gegenüberstellung allerdings nicht identifizieren.
Bei einem weiteren Verhör vergangene Woche gab Witt schließlich zu, gelogen zu haben. Er habe das Messer in Wahrheit in einem Waffengeschäft gekauft - und sich beim Auspacken verletzt. Witt sitzt nun in Haft. Wird er wegen Falschaussage verurteilt, könnte ihm eine Strafe von mehr als 2000 Euro und ein Jahr Gefängnis drohen.
Im Lauf des Jahres gab es in den USA schon mehrere ähnliche Fälle. Im Frühling waren zwei Jäger in Texas angeblich von mexikanischen Immigranten angeschossen und ausgeraubt worden. Wie sich herausstellte, hatten die beiden aufeinander geschossen. Eine weiße Polizistin in Georgia wurde angeblich von einem Schwarzen angeschossen , aber auch ihre Geschichte entpuppte sich als gelogen.