Mexiko: Ermittler entdecken Massengrab mit 59 Leichen - DER SPIEGEL
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Mexiko Ermittler entdecken Massengrab mit 59 Leichen

Im Norden Mexikos hat die Polizei ein Massengrab mit Dutzenden Leichen gefunden. Die fortwährende Gewalt der Drogenkartelle hat Tausende zu Demonstrationen auf die Straße getrieben. Sie forderten den Rücktritt von Präsident Felipe Calderón.
Mexiko: Ermittler entdecken Massengrab mit 59 Leichen
Mexiko: Ermittler entdecken Massengrab mit 59 Leichen

Mexiko: Ermittler entdecken Massengrab mit 59 Leichen

Foto: STRINGER/MEXICO/ REUTERS
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San Fernando - Die Enttäuschung ist groß, die Wut über Korruption in Politik und Sicherheitskräften auch: Am Mittwoch protestierten mehrere tausend Menschen in Mexiko gegen die ausufernde Drogenkriminalität in ihrem Land. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Felipe Calderón, dem sie wegen des von ihm angeordneten Armeeeinsatzes gegen die Drogenkartelle eine Mitschuld an der Entwicklung geben.

"Calderon, beende deinen kleinen mörderischen Krieg" fordert der Dichter Javier Sicilia bei einer Demonstration in Cancun. "Mach dich lieber vom Acker." Die Leiche seines Sohnes war mit sechs weiteren vor einer Woche in einem Auto in Cuernavaca aufgefunden worden. "Wir müssen Druck auf die Regierung ausüben, weil es so nicht weiter gehen kann", sagte der Künstler. "Es ist, als wären wir Tiere, die man ungestraft töten kann

Die ersten Demonstranten waren gerade auf die Straße gegangen, da meldeten die Nachrichtenagenturen einen grausigen Fund aus dem nördlichen Bundesstaat Tamaulipas: In der Gemeinde San Fernando entdeckten Polizisten ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von mindestens 59 Menschen.

Ermittler waren Hinweisen im Fall einer Busentführung am 25. März nachgegangen, berichtete "La Prensa" am Donnerstag. Auf einer Farm in der ländlichen Gemeinde La Joya hätten Sicherheitskräfte elf mutmaßliche Entführer festgenommen und fünf Geiseln befreit, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Tamaulipas.

Im Anschluss hätten die Einsatzkräfte auf dem Gelände acht Gruben mit Dutzenden Leichen gefunden. In der Region waren im August 2010 bereits 72 Leichen von überwiegend aus Honduras, Guatemala und El Salvador stammenden Migranten gefunden worden. Sie sollen von Vertretern des gefürchteten Drogenkartells "Los Zetas" getötet worden sein.

Die Opfer im aktuellen Fall könnten mit Gewalt rekrutierte Mitglieder der Kartelle sein, vermutete der Innensekretär des Bundesstaates Tamaulipas, Morelos Canseco. Die Kartelle werben immer wieder Migranten, Kleinkriminelle und junge Leute für die Arbeit im Drogenbusiness an. Inzwischen wurden die ersten Leichen identifiziert - bei ihnen handele es sich um Mexikaner, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Der an die USA grenzende mexikanische Bundesstaat Tamaulipas ist besonders schwer von den anhaltenden gewaltsamen Kämpfen rivalisierender Drogenbanden betroffen.

Das zivile Leben in Mexiko ist seit Jahren von Gewalt und Angst geprägt: In den vergangenen fünf Jahren kamen mindestens 35.000 Menschen im Kampf der Drogenkartelle gegen die Behörden ums Leben.

Präsident Calderón verurteilte laut "milenio.com" den Mord an den 59 Menschen "energisch". Er attestierte den Tätern "Feigheit und totale Skrupellosigkeit" und versprach, die Ermittlungen schnell voranzutreiben.

ala/dpa/dapd