Mexiko: Polizei verhaftet seit 24 Jahren gesuchten Dealer Vincent Walters - DER SPIEGEL
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24 Jahre Flucht Crystal-Meth-Dealer soll an USA ausgeliefert werden

Die mexikanische Polizei hat einen der meistgesuchten Verbrecher der USA nach 24 Jahren auf der Flucht verhaftet. Vincent Walters hatte bei seinen Deals mit der hochgefährlichen Droge Crystal Meth skrupellos Menschen bedroht, entführt und mindestens eine Frau sterben lassen.
Vincent Legrend Walters: Vom Drogendealer zum Tourismusfachmann
Vincent Legrend Walters: Vom Drogendealer zum Tourismusfachmann

Vincent Legrend Walters: Vom Drogendealer zum Tourismusfachmann

Foto: AP/ U.S. Marshals Service
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Cancún - Als er die Vereinigten Staaten von Amerika vor über zwei Jahrzehnten verließ, galt Vincent Legrend Walters als einer der skrupellosesten Drogenhändler und Waffenschmuggler überhaupt. Ihm wurde vorgeworfen, eine Frau entführt und sie elendig sterben lassen zu haben.

Mexikanische Sicherheitskräfte hatten den 45-Jährigen am Freitag am internationalen Flughafen von Cancún festgenommen. Ein Abgleich der Fingerabdrücke brachte Gewissheit: Es handelte sich um jenen Mann, dem die US-Behörden seit 1988 auf den Fersen waren. Jetzt wartet Walters, der mexikanischer Staatsbürger ist, in Mexiko City auf seine Auslieferung.

Unter dem Namen Oscar Rivera arbeitete Walters mit falschen Papieren für ein Hotel, verkaufte seit mehr als zehn Jahren an einem Informationsstand am Flughafen Urlaubspakete für Touristen. Gleichzeitig soll er damit geprahlt haben, dass er auf der Flucht vor den US Marshals sei, teilten die Behörden mit.

"Wir hatten den Eindruck, dass er mit jeder Menge Geld in der Tasche geflüchtet sei und weiter im illegalen Drogengeschäft arbeiten würde", sagte Steve Jurman, Sprecher des Marshals Service, der "New York Times". "Jetzt kommt heraus, dass er sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen musste."

Länger als jeder andere hatte Walters auf der Liste der 15 meistgesuchten Verbrecher der Vereinigten Staaten gestanden. Er wurde in Mexiko geboren, wuchs aber im kalifornischen San Diego auf.

Den US-Ermittlern zufolge hatte Walters 1988 Chemikalien im Wert von 20.000 Dollar gekauft, um Metamphetamin herzustellen. Ein Komplize gab die fertige Droge aus Angst vor einer Festnahme an einen anderen Dealer weiter, der wiederum an einen weiteren Händler. Walters wollte sein Metamphetamin zurück, entführte kurzerhand den ersten Komplizen, dessen Bekannten sowie eine Frau namens Christina Reyes, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Man vereinbarte einen Austausch. Doch während die beiden männlichen Geiseln freikamen, erstickte Reyes an einem mit Chemikalien getränkten Knebel.

Walters verschwand, obwohl er bereits unter polizeilicher Beobachtung stand. Sein Bruder Martin, der an der Entführung beteiligt war, wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt. Auch seine Mutter und Schwester wurden 1990 zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie versucht hatten, einen Killer anzuheuern, um zwei unliebsame Zeugen in dem Fall loszuwerden.

Im Juli 1989 wurde Vincent Walters wegen der Herstellung, des Besitzes und der Verbreitung von Crystal Methamphetamin sowie dem unerlaubten Besitz von Schusswaffen und Sprengstoffen angeklagt.

Angesichts der unfassbaren Brutalität der derzeit in Mexiko konkurrierenden Drogenkartelle nimmt sich die Geschichte von Vincent Walters fast unspektakulär aus. Dennoch zeigten sich die US-Marshalls nach der Festnahme stolz und zufrieden: "Wir sind begeistert, dass wir diesen brutalen Flüchtigen fassen konnten", sagte Steven Stafford, US-Marshall aus Südkalifornien. "Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie entschlossen und hartnäckig wir gesuchte Kriminelle verfolgen."

ala