Mexiko Verbrecher schießen Polizeihubschrauber ab
Trümmer eines Polizeihubschraubers
Foto: Cesar Aguirre/ dpaBei einer Aktion gegen die Führungsriege eines Verbrechersyndikats ist in Mexiko ein Polizeihubschrauber abgeschossen worden. Der Pilot und drei Beamte seien dabei ums Leben gekommen, teilte die Regierung des Bundesstaats Michoacán mit. Ein weiter Polizist wurde bei dem Angriff verletzt. Ein Beamter überlebte schwer verletzt. Mit ihm wollten die Behörden sprechen, er befand sich zunächst aber auf der Intensivstation.
Die Sicherheitskräfte hatten versucht, in der Stadt Apatzingán Anführer eines Verbrechersyndikats festzunehmen, als das Feuer auf den Helikopter eröffnet wurde. Der Gouverneur des unruhigen Staates Michoacán, Silvano Aureoles, äußerte die Vermutung, der Helikopter könnte von einer bewaffneten Bande abgeschossen worden sein. Der nationale Sicherheitsbeauftragte Renato Sales bestätigte die Theorie. Der Hubschrauber sei mit einer großkalibrigen Waffe abgeschossen worden, sagte Sales im Sender Radio Formula.
"Plage der Straflosigkeit"
Bei einer Pressekonferenz zeigte sich Gouverneur Aureoles entschlossen, die Gewalt in Michoacán einzudämmen. "Seid sicher, dass wir Michoacán von der Plage der Straflosigkeit und Kriminalität befreien werden", sagte er. Demnach gab es seit Ende August mehrere Einsätze, die zu Dutzenden Festnahmen führten. Dabei seien auch zahlreiche Waffen beschlagnahmt worden, darunter zwei Raketenwerfer.
Die Ortschaft Apatzingán in der Region Tierra Caliente ist eine Hochburg der organisierten Kriminalität. Einst war es das Zentrum des Drogenkartells Tempelritter. Heute ringen dort mehrere Verbrecherbanden und Bürgerwehren um die Vorherrschaft.
Vor dem Angriff auf den Helikopter hätten Verbrecher versucht, einen einflussreichen Landwirt zu entführen, berichtete "Milenio". Bewohner der umliegenden Dörfer schlugen den Angriff demnach zurück. In der ganzen Region hätten sie sich daraufhin Schießereien geliefert.
Bandenkrieg mit schweren Waffen
Bei dem Vorfall handelt es sich schon um den zweiten Abschuss eines Hubschraubers durch Kriminelle seit 2015. Im vergangenen Jahr hatte ein Drogenkartell im benachbarten Staat Jalisco mit einem Raketenwerfer einen Militärhubschrauber abgeschossen. Dabei wurden sieben Soldaten und eine Polizistin getötet.
Die mexikanischen Drogenkartelle sind schwer bewaffnet und liefern sich immer wieder Gefechte mit Polizei und Streitkräften. Im vergangenen Jahr hatte das Cartel Jalisco Nueva Generación in einer Offensive im Westen des Landes ebenfalls einen Helikopter abgeschossen und Dutzende Polizisten und Soldaten getötet.
Nachdem die Gewalt in Mexiko zu Beginn der Amtszeit von Präsident Enrique Peña Nieto etwas nachgelassen hatte, wird der Drogenkrieg nun immer brutaler geführt. Im laufenden Jahr stieg die Zahl der Morde gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent. Der Juli war der blutigste Monat seit Peña Nietos Amtsantritt Ende 2012.