Missbrauchsfall Fluterschen: Angeklagter räumt siebenfache Vaterschaft ein - DER SPIEGEL
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Missbrauchsfall Fluterschen Angeklagter räumt siebenfache Vaterschaft ein

Im Prozess um den mutmaßlichen Kindesmissbrauch im Westerwald hat der Angeklagte zugegeben, Vater der sieben Kinder seiner Stieftochter zu sein. Zu dem mutmaßlichen 350-fachen sexuellen Missbrauch äußerte sich Detlef S. bei Prozessauftakt vor dem Koblenzer Landgericht nicht.
Missbrauchsfall Fluterschen: Angeklagter räumt siebenfache Vaterschaft ein
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Missbrauchsfall Fluterschen: Angeklagter räumt siebenfache Vaterschaft ein

Foto: dapd
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Koblenz - Mit seiner heute 28-jährigen Stieftochter soll Detlef S. acht Kinder gezeugt haben, von denen eines als Baby starb. Am Dienstag gab er zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Koblenz zu, der Vater dieser Kinder zu sein. Zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs äußerte sich der Angeklagte bisher nicht.

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Angeklagte Detlef S. in 350 Fällen seine leibliche Tochter und zwei seiner Stiefkinder misshandelt und sexuell missbraucht haben. Der 48-Jährige muss sich ab dem heutigen Dienstag vor dem Koblenzer Landgericht verantworten - wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und der Förderung sexueller Handlungen von Minderjährigen.

Im roten Sakko war S. vor Gericht erschienen, nahezu regungslos nahm er die Vorwürfe zur Kenntnis, schüttelte nur hin und wieder den Kopf. In einer vom Verteidiger verlesenen Erklärung räumte der Mann aus Fluterschen (Kreis Altenkirchen) ein, Vater der Kinder zu sein. Er verweigerte jedoch die Aussage.

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Sexueller Missbrauch: Prozess gegen Detlef S.

Foto: Martin Oeser/ dpa

Bei Prozessbeginn schilderte der Staatsanwalt Szenen aus dem Familienalltag und wie die Kinder versuchten, sich gegen die Übergriffe zu wehren. Der Missbrauch der leiblichen Tochter soll am Tag ihres zwölften Geburtstags begonnen haben. Nachdem die Kinder die Geburtstagsfeier verlassen hatten, zwang S. das Mädchen, sich aufs Bett zu legen, heißt es in der Anklage. Als das Kind sich wehrte, soll er zu ihm gesagt haben, er dürfe das als Vater.

Die heute 18-jährige Tochter soll über mehrere Jahre hinweg etwa einmal die Woche missbraucht worden sein. Die heute 28 Jahre alte Stieftochter soll das erste Mal im Alter von 13 Jahren zum Opfer geworden sein. Der 48-Jährige soll außerdem Tochter und Stieftochter in 35 Fällen zur Prostitution gezwungen haben. Ab dem Jahr 1995 habe er die beiden Mädchen immer wieder zwei Männern gegen Bezahlung zum Geschlechtsverkehr überlassen, so die Anklage. Dabei seien die Mädchen mit Schnaps gefügig gemacht worden. Bei den Treffen soll sich der Angeklagte mehrmals selbst befriedigt haben.

In der Anklageschrift war neben den sexuellen Vorwürfen auch von Gewaltexzessen in dem Westerwaldorf Fluterschen die Rede. So soll der 48-Jährige daheim mit einem Bundeswehrkoppel und einer selbstgefertigten Peitsche geprügelt haben.

Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mann laut Gericht bis zu 15 Jahre Haft. Wegen der Schwere der Taten prüft die Staatsanwaltschaft zudem die anschließende Sicherungsverwahrung. Für den Prozess, der unter starkem Medieninteresse begann, sind insgesamt fünf Verhandlungstermine bis Ende Februar angesetzt.

Ob die in dem Verfahren als Nebenkläger auftretenden mutmaßlichen Missbrauchsopfer aussagen müssen, hängt davon ab, ob der Angeklagte sein Schweigen bricht. Er sitzt seit dem 10. August in Untersuchungshaft.

Wegen des Falls steht auch das Jugendamt des Kreises Altenkirchen in der Kritik, das die Familie zwar über Jahre hinweg regelmäßig besucht hatte, aber nicht eingeschritten war.