Mit 94 Jahren Ältester Todeskandidat gestorben
Viva Leroy Nash: Tod im Alter von 94 Jahren
Foto: AP/Arizona Department of CorrectionWashington - Mehr als die Hälfte seines Lebens verbrachte er hinter Gittern, am Ende wartete auf Viva Leroy Nash die Giftspritze. Doch dann kam die Natur der Justiz zuvor: Der älteste Todeskandidat der USA starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 94 Jahren im Gefängnis von Florence im US-Bundesstaat Arizona eines natürlichen Todes. Das berichtete der Lokalsender Kold am Sonntag. Dort saß er seit 1983 für den kaltblütigen Mord an einem Mitarbeiter einer Münzhandlung in Phoenix im Jahr davor ein.
Nashs kriminelle Karriere reichte US-Medienberichten zufolge bis in die 30er Jahre zurück. 25 Jahre verbrachte er hinter Gittern, weil er in Connecticut 1947 einen Polizisten erschoss. Weil Nash 1977 einen Mann in Salt Lake City (US-Staat Utah) mit einer Kugel tötete, wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. 1982 entkam er während eines Arbeitseinsatzes außerhalb des Gefängnisses. Einen Monat danach erschoss er im Alter von 67 Jahren in Phoenix den Münzhändler.
Im September war der Zeitung "Arizona Republic" zufolge für Nash - Jahrgang 1915 - die Chance in greifbare Nähe gerückt, aus der Todeszelle auszuziehen. Sein Anwalt hatte vor Gericht argumentiert, Nash sei wegen geistigen Verfalls nicht mehr zurechnungsfähig. Die Eingabe lag seither bei einem Bezirksgericht in Phoenix.
In Arizona wurden nach Informationen des Informationszentrums Todesstrafe seit Wiedereinführung der Exekutionen in den USA vor 34 Jahren 23 Menschen hingerichtet. Seit 1999 ist die Zahl der Exekutionen in den USA drastisch gefallen: von 284 auf laut Informationszentrum 106 im vergangenen Jahr. In Arizona hatte es demnach 2009 keine einzige Hinrichtung gegeben.