Mord an Mary-Jane Polizei sucht Mann mit Baseballcap
Die Polizeidirektion Suhl veröffentlichte dieses Phantombild eines Mannes, mit dem das Opfer am 24. Juni in Zella-Mehlis gesehen wurde
Foto: Polizei Suhl/ dpaZella-Mehlis/Suhl - Mit Hochdruck sucht die Polizei nach dem Mörder der getöteten Mary-Jane. Es gibt viele Hinweise, aber noch keine konkrete Spur. Laut Zeugenaussagen wurde das Mädchen zuletzt mit einem schlanken Mann mit Dreitagebart und grauem Baseballcap gesehen.
Um den Fall so schnell wie möglich aufzuklären hat die Polizei eine Sonderkommission aus 50 Ermittlern gebildet. "Die Sonderkommission arbeitet fieberhaft an der Auswertung der Spuren", sagte Staatsanwalt Thomas Waßmuth. Die Ermittler gingen Zeugenhinweisen nach und überprüften Hinweise zu Fahrzeugen. Aus der Bevölkerung gingen laut Polizei bislang mehr als hundert Hinweise ein. Zudem suchen mehr als 60 Polizeibeamte nach weiteren Spuren im Umfeld des Fundortes der Leiche.
Am Sonntag wurde ein Ranzen im Nachbarort gefunden, von dem man annahm, er gehöre dem Opfer. Diese Spur erwies sich als falsch.
Mary-Jane war am Freitag nach der Schule nicht heimgekommen, daraufhin hatte die Mutter die Polizei eingeschaltet. Eine großangelegte Suchaktion begann. Aber erst Spaziergänger fanden die bekleidete Leiche des Mädchens am Samstag in einem Wald unweit des Elternhauses.
Seitdem steht die 11.500-Einwohner Stadt Zella-Mehlis in Thüringen unter Schock. Mary-Janes Mitschüler werden psychologisch betreut. Rosen und Stoffteddys liegen vor dem Schultor, jemand hat aus Teelichtern ein Herz geformt. Schüler bleiben an dem Gedenkort stehen, nehmen sich an den Händen.
Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) zeigte sich nach einem Besuch der Grundschule Friedrich Schiller, in der Mary-Jane die erste Klasse besuchte, entsetzt: "Es ist ein Verbrechen, das unfassbar ist und das die ganze Stadt erschüttert und mitgenommen hat."
Die Schulleitung schottet die Schüler derzeit von der Öffentlichkeit ab. Für Auskünfte verweist sie auf das Kultusministerium. Mit einem Trauergottesdienst gedachte die Kleinstadt heute der getöteten Mary-Jane. Mehr als 700 Menschen kamen. "Wir sind hier beieinander, weil uns solch ein schrecklicher Tod entsetzt und wir nicht verstehen können, weshalb Mary-Jane sterben musste", sagte Pröpstin Marita Krüger.