Dessau-Roßlau: Getötete chinesische Studentin - Angeklagte schweigen - DER SPIEGEL
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Getötete chinesische Studentin Angeklagtes Paar schweigt zu Vorwürfen

Ein junges Paar soll zur Befriedigung sexueller Bedürfnisse eine Studentin aus China missbraucht und ermordet haben. Nun hat vor dem Landgericht Dessau-Roßlau der Prozess gegen die beiden 21-Jährigen begonnen.
Angeklagte mit Anwälten im Gerichtssaal
Angeklagte mit Anwälten im Gerichtssaal

Angeklagte mit Anwälten im Gerichtssaal

Foto: Sebastian Willnow/ dpa
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Im Prozess um den qualvollen Tod einer chinesischen Studentin hat das angeklagte Paar zu Prozessbeginn geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 21-Jährigen vor, die Studentin im Mai dieses Jahres vergewaltigt und ermordet zu haben. Das Paar hörte der Verlesung der Anklageschrift am Landgericht Dessau-Roßlau ohne sichtbare emotionale Regungen zu.

Zum Tatzeitpunkt führten die beiden seit drei Jahren eine Beziehung. Diese sei von unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen gekennzeichnet gewesen, schilderte Staatsanwältin Heike Kropf. Der Mann habe mehr Sex gewollt - die Frau habe ihm dies nicht geboten. Er habe ihr mit der Trennung gedroht. Laut Staatsanwältin bezeichnete er die Beziehung als "Alptraum". Und so hätten sich beide entschlossen, sich einer Frau zu bemächtigen.

Am Abend des 11. Mai habe die Frau die chinesische Studentin auf deren Joggingrunde abgefangen und einen Notfall vorgetäuscht. Der Mann sei hinzugekommen - gemeinsam hätten sie 25-Jährige dann gewaltsam in eine leerstehende Wohnung gebracht.

Etwa eine Stunde lang wurde das Opfer dort laut Anklage von den Beschuldigten vergewaltigt und misshandelt. "Sie betrachteten sie ausschließlich als Objekt zur Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse", sagte Kropf.

In der Annahme, ihr Opfer würde bald sterben, sollen beide die Wohnung verlassen haben. Als die Angeklagten etwa drei Stunden später zurückgekehrt seien, hätten sie beschlossen, die Sterbende nach draußen zu schaffen. Der Tod sei wahrscheinlich unter einer Konifere vor dem Hinterhaus eingetreten. Zwei Tage später wurde nach einer großangelegten Suche die Leiche der Studentin gefunden.

Die Eltern der Chinesin treten im Prozess als Nebenkläger auf. Sie waren zum Prozessauftakt allerdings nicht im Saal. "Sie wollen nicht kommen, weil sie sich die Details nicht antun möchten", sagte Nebenklagevertreter Sven Peitzner. "Es ist eine Katastrophe für die Familie." Sie hätte ihre Tochter mit den besten Absichten zum Studieren nach Deutschland geschickt.

Für den Prozess sind zunächst 19 Verhandlungstage bis zum 28. Februar 2017 geplant.

Anmerkung der Redaktion: Aus rechtlichen Gründen haben wir einen Absatz zu den Eltern des Angeklagten entfernt.

hu/dpa