Mord im Internat: Staatsanwaltschaft setzt Belohnung aus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mord im Internat Staatsanwaltschaft setzt Belohnung aus

Die Polizei rätselt weiter. Auch zwei Tage nach dem brutalen Mord an einen 16-Jährigen Schüler aus Schelklingen bei Ulm, haben die Ermittler keine Hinweise auf Täter und Tatwaffe. Nun wurde eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Schelklingen - Vor einer großen Tafel mit dem Foto des Ermordeten liegen Blumen, brennen Kerzen. Einige Jugendliche schleichen durch das Schulgebäude, die Augen gerötet, den Kopf gesenkt. Auch der Schulleiter ist tief betroffen: "Ein solches Ereignis wie der Tod eines Mitschülers geht sehr tief", sagt Michael Deckwerth. Der Jugendliche wohnte mit seinen Klassenkameraden in einer alten Mühle, rund 300 Meter vom Internatsgebäude entfernt. Das ist, "wie wenn in einer Familie jemand stirbt", so Deckwerth.

Auch am Schwarzen Brett hinterließen Freunde und Lehrer einen letzten Gruß, berichtet die "Bild"-Zeitung. So schreibt ein Lehrer unter eine große gelbe Sonne: "An einen Lichtfreund. Willst du nicht Aug' und Sinn ermatten, Lauf' auch der Sonne nach im Schatten. Für meinen Nietzsche-Freund Arndt."

Ein Mitbewohner hatte den 16-jährigen Schüler am Mittwochmorgen vor der Tür der alten Mühle gefunden - blutüberströmt. Mehrere Messerstiche hatten den Jungen in den Oberkörper getroffen. Ein eilends herbeigerufener Notarzt konnte nur noch den Tod des Internatschülers feststellen.

40 Beamte einer Sonderkommission verfolgen 60 Spuren. Die ersten Ergebnisse der Spurensicherung, der Obduktion und der Vernehmungen seien ausgewertet, heißt es - bislang ohne Erfolg. Staatsanwaltschaft und Schule haben deshalb eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgesetzt, teilt die Polizei Ulm mit.

aki/dpa