Mord künftig ohne Lebenslang - DER SPIEGEL
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Debatte um Strafrecht Mord soll nicht mehr automatisch zu lebenslang führen

Justizminister Heiko Maas will den Mordparagrafen von Einflüssen aus der Nazizeit reinigen und gerechter machen. Nach SPIEGEL-Informationen empfiehlt eine von Maas eingesetzte Expertengruppe, mildere Strafen zu ermöglichen.
Spurensicherung am Tatort (Archiv): Strafrecht soll in Sachen Mord erneuert werden
Spurensicherung am Tatort (Archiv): Strafrecht soll in Sachen Mord erneuert werden

Spurensicherung am Tatort (Archiv): Strafrecht soll in Sachen Mord erneuert werden

Foto: Christian Elsner/ dpa
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Ein Mord soll in Deutschland künftig nicht mehr automatisch mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet werden. Darauf hat sich eine Expertenkommission geeinigt, die Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zur Reform der Tötungsdelikte einberufen hat. Es müsse der Justiz im Einzelfall möglich sein, mildere Sanktionen zu verhängen, schreibt das Gremium in seinem 282-seitigen Abschlussbericht. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Außerdem empfiehlt die 16-köpfige Runde aus Wissenschaftlern, Richtern und Staatsanwälten, den Begriff "Mörder" aus dem Strafrecht zu streichen. Auch vom "Totschläger" sollte nicht mehr die Rede sein. Damit würden endlich die letzten Spuren der Tätertypenlehre der Nazizeit aus dem Strafgesetzbuch getilgt, argumentieren die Juristen.

Die Kommission wandte sich allerdings gegen die Überlegung, umstrittene Mordmerkmale wie "Heimtücke" und "niedrige Beweggründe" ganz aus dem Gesetz zu streichen. Sie schlägt vielmehr vor, den Katalog zu erweitern und künftig zum Beispiel auch Tötungen "aus rassistischen Beweggründen" als Mord zu ahnden.