Mordfall Hannah Polizei nimmt Verdächtigen fest
Bonn - Zur Identität des Festgenommenen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Gestern hatte die Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass die Leiche "mehrere Messerstiche im Oberkörper" aufwies. Zurückhaltend hatte sich ein Sprecher zur Darstellung der Zeitung des Kölner "Express" geäußert, die Schülerin sei sexuell missbraucht worden. "Wir ermitteln selbstverständlich auch in Richtung Sexualdelikt", sagte er. Er bestätigte zudem die Existenz einer Zeugenaussage über zwei Männer, die angeblich mit dem Verbrechen zu tun haben könnten.
Der "Express" hatte gemeldet, dass der Zeuge Hannah kurz vor ihrem Verschwinden am Abend des 29. August an einer Straßenbahn-Haltstelle in Königswinter mit zwei jungen Männern gesehen habe. Die beiden hätten die 14-Jährige belästigt. "Sie sah ziemlich genervt von den Typen aus", zitierte das Blatt den Zeugen.
Der Sprecher sagte dazu lediglich, es gebe "eine Zeugenaussage, die zwei Männer umfasst". Die Bonner Mordkommission gehe dem Hinweis ebenso nach wie den anderen Spuren, die im Zuge der Ermittlungen überprüft würden.
Die Leiche von Hannah war am Montag vergangener Woche nach tagelanger Suche von Beamten einer Einsatzhundertschaft in einem dichten Gebüsch auf einem Firmengrundstück in Königswinter-Oberdollendorf gefunden worden. Der Fundort liegt nur 300 Meter von der Straßenbahn-Haltestelle entfernt, an der die 14-Jährige vor zwei Wochen zuletzt gesehen worden war.
Über das Ergebnis der Obduktion von Hannahs Leiche hatte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Einzelheiten mitgeteilt. Apostel wies heute die Darstellung des "Express" zurück, wonach das Gesicht des Mädchens völlig entstellt gewesen sei. Auch dementierte der Oberstaatsanwalt die Darstellung der Zeitung, vor dem Hintergrund der Zeugenaussage über die beiden Männer habe es Auseinandersetzungen unter den Beamten über die weitere Ermittlungsstrategie gegeben.
ffr/AP/AFP