Mordfall in Argentinien 13-Jähriger soll vier Menschen erstochen haben
Buenos Aires - Vier blutüberströmte Leichen hat die Polizei in einem Haus im argentinischen Las Heras gefunden - der mutmaßliche Mörder ist erst 13 Jahre alt, wie die argentinische Zeitung "Clarín" meldete.
Der Junge gab nach Angaben der Polizei zu, seinen zehn Jahre alten Freund erstochen zu haben - angeblich aus Notwehr. Dieser hätte jedoch zuvor die eigene Mutter und die eigenen Großeltern getötet. Die Polizei vermutet hingegen, der 13-Jährige könne an allen vier Morden beteiligt gewesen sein. Auch ein Mordpakt der Kinder gegen die Erwachsenen werde nicht ausgeschlossen, dem dann ein Streit zwischen den Freunden gefolgt sei, berichtete "Clarín".
Die Polizei fand nach eigenen Angaben in der Wohnung neben der Leiche des Jungen zwei blutbefleckte Messer. Der 13-Jährige hatte nur eine Schnittwunde an einem Daumen, obwohl die Opfer zahlreiche Stiche aufwiesen. Er kam vorläufig in eine psychiatrische Anstalt. In Argentinien sind Jugendliche unter 16 schuldunfähig.
Der genaue Hergang der Tat ist bislang nicht bekannt. Nach Angaben der Polizei spielten die beiden Kinder in der Wohnung des Jüngeren Computer. Plötzlich sei der Ältere der beiden blutbefleckt über die Straße in seine Wohnung gelaufen, wo er mit seiner Großmutter lebt. Dort erklärte er nach Angaben der Behörde, ein schwarz gekleideter Mann habe bei einem Überfall seinen Freund und dessen Familienangehörige ermordet. Die Polizei nahm nach Angaben von "Clarín" anhand der Beschreibung vorübergehend einen Nachbarn fest, ließ diesen jedoch wieder frei, als der Junge am Freitag zugab, angeblich in Notwehr seinen Freund getötet zu haben.
Über mögliche Gründe für die Morde gab es bis zuletzt nur Spekulationen. "Clarín" berichtete von einem Streit mit der Mutter des Zehnjährigen. Angeblich hätten die Kinder auf einem USB-Stick Pornografie gespeichert und seien dabei möglicherweise von der Mutter entdeckt worden. Ein Computer und eine Digitalkamera wurden von der Justiz beschlagnahmt.
Der Pate des ermordeten Jungen erklärte nach Angaben von "Clarín", der Zehnjährige sei seit seinem dritten Lebensjahr wegen Schizophrenie in psychiatrischer Behandlung gewesen. Andere Familienangehörige wiesen dies jedoch zurück. Die Mutter, eine 49 Jahre alte Kunstlehrerin, hatte den Jungen nach Angaben der Zeitung mit neun Monaten adoptiert. Nach mehreren Gewalttaten gegen jüngere Mitschüler sei er kürzlich von der Schule ausgeschlossen worden.