Mordprozess gegen Oscar Pistorius beginnt - DER SPIEGEL
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Mordprozess in Südafrika Pistorius plädiert auf nicht schuldig

Unter großem Medienrummel hat in Pretoria der Mordprozess gegen Oscar Pistorius begonnen. Die Staatsanwaltschaft trug die Anklage vor, der 27-Jährige streitet alle Vorwürfe ab. Er habe seine Freundin Reeva Steenkamp nicht absichtlich erschossen.
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Pretoria - Was es Mord oder ein tödlicher Irrtum? In Pretoria hat der Prozess gegen den Leichtathleten Oscar Pistorius begonnen. Der 27-Jährige hatte im vergangenen Jahr seine Freundin Reeva Steenkamp durch die geschlossene Badezimmertür hindurch erschossen, weil er das Model - so die Verteidigung - für einen Einbrecher hielt. Die Anklage wirft Pistorius hingegen eine absichtliche Tötung vor.

Im schwarzen Anzug betrat Pistorius unter großem Medienrummel das Gerichtsgebäude von Pretoria. Er schaute meist zu Boden, wirkte ernst und bedrückt. Im Gerichtssaal traf er erstmals seit der Tragödie auf die Mutter des getöteten Models, June Steenkamp.

Der Beginn der Verhandlung verzögerte sich zunächst. Ursache war laut einem Gerichtssprecher das Fehlen eines Übersetzers. Als die Richterin die Verhandlung schließlich eröffnete, trug der Staatsanwalt die Anklage vor. Pistorius verfolgte die Verlesung der Anklage im Stehen und plädierte in allen Punkten auf nicht schuldig. Neben dem Mord wirft die Staatsanwaltschaft ihm auch Verstöße gegen das Waffenrecht vor.

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Mordprozess in Pretoria: Pistorius vor Gericht

Foto: Herman Verwey/ dpa

Staatsanwalt Gerrie Nel betonte, Indizien und Zeugen würden klar die Schuld von Pistorius belegen. Der Verteidiger Barry Roux bezeichnete die Schilderungen der Anklage als falsch: "Sie könnten nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein." So wies der Anwalt von Pistorius unter anderem den Bericht eines Zeugen zurück, der in der Tatnacht einen Streit zwischen Pistorius und Steenkamp gehört haben will. Nach einer weiteren Stellungnahme der Anklage begann das Gericht mit der Vernehmung der ersten Zeugin.

Zeugin belastet Pistorius schwer

Sie habe als Pistorius' Nachbarin in der Tatnacht die heftigen Schreie einer Frau gehört und danach Schüsse, sagte Michelle Burger. Zwischen den Schüssen habe es eine größere Pause gegeben, sagte die Zeugin. Pistorius hatte bisher stets behauptet, es habe keinen Streit gegeben. Auch will er die tödlichen Schüsse durch eine verschlossene Badezimmertür kurz hintereinander abgegeben haben.

In einem Zeitungsinterview hatte June Steenkamp zuvor gesagt, sie könne sich vorstellen, Pistorius zu verzeihen. "Ich werde bereit sein, ihm zu vergeben", sagte die 67-Jährige der Zeitung "The Star". "Aber zuvor will ich ihn zwingen, mich anzublicken, damit er den Kummer und den Schmerz sieht, die er mir bereitet hat."

Sie habe keine Ahnung, warum Pistorius in den frühen Morgenstunden des 14. Februar 2013 ihre 29-jährige Tochter erschossen habe (Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fall lesen Sie hier). Es sei ihre "Obsession", die Wahrheit und die Gründe für die Tat zu erfahren, sagte June Steenkamp. Sie habe aber "keinen Hass und keine Rache in meinem Herzen".

hut/dpa/AFP