Moskau: Fluglotsenmörder als Held gefeiert - DER SPIEGEL
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Moskau Fluglotsenmörder als Held gefeiert

Der Russe, der in der Schweiz einen Fluglotsen wegen des Absturzes von Überlingen getötet hat, kehrte nach seiner Haftentlassung in seine Heimat zurück: Dort wurde Witali Kalojew wie ein Held empfangen und gefeiert.
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Moskau - "Ich möchte mich bei allen Bürgern Russlands und beim Präsidenten herzlich für die große Unterstützung bedanken", sagte Kalojew bei seiner Ankunft in Moskau. Er habe sich im Gefängnis niemals fern der Heimat gefühlt. Neben Verwandten waren auch Hunderte Mitglieder der Putin-nahen Jugendorganisation Naschi angereist, um Kalojew zu begrüßen. "Kalojew ist unser Mann", riefen sie im Chor. "Du bist ein wahrer Mensch", stand auf einem Transparent.

Witali Kalojew hatte bei dem Absturz 2002 seine Frau und seine Kinder verloren. Sie befanden sich in dem russischen Flugzeug, das mit einem Frachtflugzeug kollidierte. Beide Maschinen stürzten nahe der deutschen Stadt Überlingen ab; 71 Menschen starben.

Zwei Jahre später reiste Kalojew in die Schweiz, suchte den am Unglückstag diensthabenden Fluglotsen Peter Nielsen in dessen Haus auf und erstach ihn. Ein Schweizer Gericht verurteilte ihn daraufhin zu acht Jahren Haft wegen Totschlags. Diese Strafe wurde vergangene Woche jedoch auf fünf Jahre und drei Monate reduziert, und da Kalojew bereits zwei Drittel davon verbüßt hatte, wurde er auf freien Fuß gesetzt.

Im Zusammenhang mit dem Unglück wurden in diesem Jahr vier Manager der Schweizer Flugkontrolle Skyguide wegen Totschlags verurteilt - drei zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung und einer zu einer Geldstrafe. Vier weitere Mitarbeiter wurden freigesprochen. In der Unglücksnacht war die Telefonanlage bei Skyguide ausgefallen. An der Radaranlage wurden Wartungsarbeiten ausgeführt. Nielsen war zu dem Zeitpunkt allein im Dienst, sein Kollege machte eine Kaffeepause.

jjc/Reuters

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