Moussaoui-Prozess: Nur ein Geschworener stimmt gegen Todesstrafe - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Moussaoui-Prozess Nur ein Geschworener stimmt gegen Todesstrafe

Eigentlich sind die Abstimmungen streng geheim: Doch nun hat ein Jury-Mitglied des Moussaoui-Prozesses Details ausgeplaudert. Nur einer der zwölf Geschworenen stimmte gegen die Todesstrafe für den Qaida-Sympathisanten, berichtet die "Washington Post".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Die Ergebnisse der geheimen Abstimmungen erfuhr das Blatt von der Geschworenen, die die Jury geleitet hatte. Ihr zufolge stimmten die Juroren zwei Mal 10:2 und einmal 11:1 für die Todesstrafe. In den Diskussionen sei aber nicht klar geworden, wer die abweichende Meinung vertreten habe.

Am dritten Tag der Beratungen habe dicke Luft geherrscht. Viele Geschworene seien sich darüber klar geworden, dass jemand ein Veto einlegen werde. Die Informantin der "Washington Post", eine Mathematiklehrerin aus dem US-Staat Virginia, sagte, sie selbst habe für die Todesstrafe gestimmt. Die Richterin Leonie Brinkema hat aus Sicherheitsgründen angeordnet, die Identität der Geschworenen geheim zu halten.

Das Verfahren in Alexandria war der bislang einzige Prozess in den USA zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Dem 37-jährigen Moussaoui wurde zur Last gelegt, dass er auf Grund seiner Kenntnis der Qaida-Pläne die Anschläge in New York und Washington hätte verhindern können. Moussaoui war einen Monat vor den Anschlägen festgenommen worden. Der Franzose marokkanischer Abstammung äußerte sich nach dem Urteil überrascht, dass er nicht zum Tode verurteilt worden war.

aki/AP