München Bastlerin von Bomben-Attrappen verhaftet
München - Die der linksextremistischen Szene zuzuordnende Frau habe ein umfangreiches Geständnis abgelegt und eingeräumt, insgesamt elf Bombenattrappen gelegt zu haben, gab die Polizei bekannt.
Begonnen hatte die Serie Ende August, als der mit rund 450 Fahrgästen besetzte Intercity "Alpenland" und der Aschaffenburger Hauptbahnhof nach dem Fund einer mit Zünder versehenen Flasche evakuiert werden mussten. Der Chef der zuständigen Sonderkommission, Markus Neueder, sagte: "Die Täterin wollte, dass die deutsche Bevölkerung die gleiche Angst verspürt, wie die Menschen in Kriegsgebieten im Nahen Osten."
Insgesamt habe die Frau gestanden, die Bombenattrappen gelegt zu haben. Auf die Spur kamen die Fahnder der Frau durch mehrere in Englisch verfasste Bekennerschreiben. Diese hatten nach Angaben der Ermittler einen ähnlichen Wortlaut und die gleichen grammatikalischen Fehler wie eine Reihe von Protestschreiben, die die Frau an Nato-Einrichtungen verschickt hatte. Einige der Protestbriefe landeten bei der Staatsschutz-Abteilung, nachdem die Adressaten den Inhalt für strafrechtlich relevant hielten, wie ein Polizeisprecher erklärte.
Die Polizei nahm die 52-Jährige daraufhin in ihrer Wohnung fest. Dabei stellte sie Material sicher, wie es zum Bau der Bombenattrappen verwendet wurde. Zur Überführung der Verdächtigen habe letztlich ein Gentest geführt, dem die Frau freiwillig zugestimmt habe. Insgesamt konnten die Ermittler an fünf Bombenattrappen winzige Mengen Gen-Material sicherstellen, obwohl die Frau, wie sie bei ihrer Vernehmung einräumte, bei der Herstellung Handschuhe getragen und die fertigen Konstruktionen intensiv mit Desinfektionsmitteln gereinigt hatte.
"SoKo Alpenland"-Chef Neueder sagte, kennzeichnend für das Motiv der Frau sei "eine extrem antiamerikanische Einstellung und pro-arabische Haltung".
Gleichzeitig mit den Bombenattrappen habe die Frau gestanden, 200 politische Parolen im Raum München an Wände gesprüht zu haben. Allein dadurch sei ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro entstanden. Die Schäden, die der Bahn durch Zugausfälle und Umleitungen durch die Bombenattrappen entstanden sind, seien noch nicht bezifferbar. Sie erreichten aber sicher eine sechsstelligee Höhe, sagte ein Polizeisprecher.
jjc/AP