München: "Ehrenmord" hatte tragische Vorgeschichte - DER SPIEGEL
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München "Ehrenmord" hatte tragische Vorgeschichte

Neue Details im Fall der jungen Afghanin, die in München von ihrem Ex-Freund erstochen wurde: Einem Bericht zufolge soll die 24-Jährige vor der Tat Anzeige gegen den 27-jährigen Mohammed Zafar R. erstattet haben.
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Frankfurt/Main - Der sogenannte "Ehrenmord" von München hat nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" eine tragische Vorgeschichte: Nesima R., eine 24-jährige Afghanin, hatte Anfang Januar bereits einmal Anzeige wegen Körperverletzung gegen den späteren Täter Mohammed Zafar R., einen 27-jährigen Landsmann, erstattet. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München sagte, zog die junge Frau die Anzeige zwei Wochen später zurück, weil sie sich mit dem Mann "ausgesöhnt" habe.

Die Staatsanwaltschaft hätte die Ermittlungen dennoch fortführen können, stellte sie aber ein. Die Verletzungen seien "zu geringfügig" und deshalb "kein besonderes öffentliches Interesse" gegeben gewesen, begründete der Sprecher dies jetzt.

Nesima R. war Anfang der Woche von R. erstochen worden. Er warf ihr vor, dass sie ihn mit einem anderen Mann betrügt, und rechtfertigte seine Tat mit dem Koran.

Ein Sprecher der Münchner Polizei sagte, die Polizei sei im vergangenen halben Jahr mehrfach in das Wohnhaus des Opfers gerufen worden. Dort wohnen auch zahlreiche ihrer Verwandten. "Der Clan hat uns öfter beschäftigt", so der Polizeisprecher. Weitere Gewaltdelikte seien aber nicht bekannt.

Das Sozialreferat der Stadt München sagte, man habe bis zum Mittwochabend nicht abschließend klären können, ob die afghanische Großfamilie bei städtischen Stellen bekannt gewesen sei - oder nicht.

"Es war ein Ehrenmord, dabei bleiben wir", hatte Polizeisprecher Andreas Ruch SPIEGEL ONLINE gesagt. Die Aussage des Täters sei eindeutig. Der 27-jährige Mohammed Zafar R. ging in der Nacht zum Montag mit einem Messer auf seine frühere Partnerin los. Mehrere Male stieß R. der 24-Jährigen die Waffe in die Brust, traf das Herz. Nesima R. starb wenig später im Krankenhaus.

Der schon kurz darauf gefasste Mohammed Zafar R. habe die Tat vollständig eingeräumt, so die Polizei. Dabei habe er sich auf den Koran bezogen und damit den Mord zu rechtfertigen versucht: "Der Koran erlaubt mir, meine Frau zu töten, wenn sie einen anderen liebt", zitiert ihn die "Bild"-Zeitung.

jjc/ddp