München: Kuhglocken-Prozess - Ringen um eine Lösung - DER SPIEGEL
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Prozess in München ...und die Kuhglocken läuten weiter

In Bayern klagt eine Frau, weil sie den Lärm von Kuhglocken auf dem Nachbargrundstück für unerträglich hält. Der Streit währt seit Jahren - nun wurden vor Gericht Tonaufnahmen von dem Gebimmel abgespielt.
Kühe mit Glocken in Bayern (Archiv)
Kühe mit Glocken in Bayern (Archiv)

Kühe mit Glocken in Bayern (Archiv)

Foto: imago stock&people
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Ein erbitterter Streit über Kuhglocken beschäftigt die Justiz in Bayern - mal wieder. Ein Ehepaar fühlt sich vom Gebimmel der Kühe auf einer benachbarten Weide gestört und hat gleich zwei Prozesse auf den Weg gebracht. Nach dem Ehemann klagt seit diesem Freitag nun auch seine Frau.

Am Landgericht München II diskutierten Bäuerin Regina Killer, der Anwalt der klagenden Anwohnerin und die Richterin emotional - mit dem Ziel, sich auf einen Vergleich zu einigen. Es geht darum, ob Sender mit dem Ortungssystem GPS als Ersatz für die Glocken der Tiere in Holzkirchen infrage kommen.

Die Bäuerin sagte, mit der Technik gebe es in ihrer Region keine Erfahrungen. Sie bot im Gegenzug an, nur noch eine oder zwei Glocken zu verwenden - je nachdem, wo die Kühe grasen. Am Freitag gab es keine Einigung. Das Gericht will am 24. Januar eine Entscheidung verkünden. Die neue Klage richtet sich nicht nur gegen die Bäuerin, sondern auch gegen die Gemeinde, die das Gelände verpachtet.

"Haben Sie schon mal in Holland eine Kuhglocke gesehen?"

Das klagende Ehepaar hat angeboten, auf eigene Kosten elektronische Kuhglocken anzuschaffen. "Niemand braucht im Flachland Kuhglocken", sagte der Anwalt des Paares, Peter Hartherz. "Haben Sie schon mal in Holland eine Kuhglocke gesehen?"

Er spielte zum Beweis für die Belastung Tonaufnahmen des Gebimmels ab. Die Richterin wandte sich an die Bäuerin: "Wofür haben Sie denn Kuhglocken?" Die Landwirtin antwortete, so könne sie ihre Kühe finden, falls diese mal ausbrechen sollten.

Der Ehemann war mit seiner Klage in erster Instanz im Dezember 2017 gescheitert. Grund war vor allem ein 2015 geschlossener Vergleich zwischen ihm und der Landwirtin. Demnach sollen Kühe mit Glocken nur im mindestens 20 Meter entfernten Teil der Weide grasen. Der Mann wartet auf den Prozess in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München.

wit/dpa

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