Nordfrankreich Vier Jugendliche erschießen 17-Jährigen
Paris - Die kaltblütige Erschießung eines 17-Jährigen durch vier Jugendliche sorgt in Frankreich für Entsetzen. "Es handelte sich um einen Mord, eine vorsätzliche Tat", sagte der Staatsanwalt der nordfranzösischen Stadt Rouen, Michel Senthille. Ein Richter werde deshalb Ermittlungen wegen Mordes gegen die vier Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren anordnen.
Laut Ermittlern gaben die am Dienstag festgenommenen Jugendlichen zu, ihr Opfer erschossen zu haben, weil sie befürchteten, es könne sie wegen eines Einbruchs bei der Polizei anzeigen. Die mutmaßlichen Täter lockten den 17-Jährigen in eine Falle. "Mein Sohn ist ein freundlicher Junge, gutgläubig ist er in einen Hinterhalt geraten. Er wurde kaltblütig wie in Hund getötet", sagte die Mutter des Opfers, Anna Castado, dem Fernsehsender BFM TV.
Der Staatsanwaltschaft zufolge riefen die vier Jugendlichen den Jungen mehrmals auf dem Handy an. Einer holte das Opfer dann mit dem Motorroller ab und fuhr mit ihm in den Wald. Dort warteten bereits die anderen drei, die den Jungen auf einen Baumstamm setzten und mit zwei Pistolenschüssen in den Nacken töteten. Dann sollen die Jugendlichen ihr Opfer mit Benzin übergossen und versucht haben, die Leiche zu verbrennen.
Die halbverbrannte Leiche des 17-Jährigen war in der Nacht zum Dienstag von einem Mitarbeiter der Forstbehörde gefunden worden. Durch das gefundene Handy und einen Teil der Bankkarte des Opfers kamen die Ermittler den mutmaßlichen Tätern rasch auf die Spur. Bei den Jugendlichen handelt es sich um zwei Brüderpaare, die in dieselbe Schule wie ihr Opfer gingen. Sie hatten keine Vorstrafen. Nun droht ihnen eine Haftstrafe von 20 Jahren.