NRW: Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlichen Webcam-Spanner an - DER SPIEGEL
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NRW Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlichen Webcam-Spanner an

Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen soll mit Webcams Zimmer ausspioniert und Kinder im Bett beobachtet haben. Der 44-Jährige manipulierte zu diesem Zweck die Computer seiner späteren Opfer. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat nun Anklage erhoben.
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Aldenhoven - Der 44-Jähriger Mann soll sich mehr als drei Millionen Bilddateien verschafft haben. Der mutmaßliche Täter wurde jetzt wegen Ausspähens von Daten in 98 Fällen angeklagt, elf davon in Tateinheit mit Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen, wie ein Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Aufnahmen zeigen überwiegend Kinder und Jugendliche, die sich an- und ausziehen oder auf ihrem Bett liegen, sagte der Behördensprecher. Das Motiv sei noch unklar. "Ob es einen sexuellen Hintergrund hat, wissen wir nicht, denn der Angeschuldigte lässt sich bisher zu den Vorwürfen nicht ein", so der Sprecher.

Der 44-Jährige soll zwischen Herbst 2009 und April 2010 mit Hilfe eines Virusprogramms fremde Webcams aktiviert und die damit gemachten Bilder auf seinem eigenen Computer gespeichert haben. Der Mann hat laut Anklage zunächst Passwörter entschlüsselt, um sich damit die Anmeldedaten von Nutzern des Internetdienstes ICQ zu erschleichen. Er verschickte dann unter falscher Identität Mitteilungen an die ahnungslosen Empfänger, die glaubten, sich mit einem befreundeten Mitglied auszutauschen.

Darin forderte der Schreiber die Kinder und Jugendlichen auf, beigefügte Anhänge zu öffnen, die angeblich Fotos enthielten. Tatsächlich starteten die Empfänger damit aber eine Trojanersoftware, die sich auf ihrem Computer selbst installierte. Bei eingeschaltetem PC konnte der Verdächtige damit Webcams in den Kinderzimmern ein- und ausschalten, ohne dass die ausgespähten Jugendlichen es bemerkten.

kng/dapd/dpa