Nürnberg Tatverdächtiger gesteht Prostituiertenmorde
Tatort in Nürnberg am Pfingstmontag
Foto: NEWS5/ dpaNach den beiden Prostituiertenmorden in Nürnberg hat der festgenommene Tatverdächtige ein umfassendes Geständnis abgelegt. "Er hat Täterwissen preisgegeben", teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit.
Am 24. Mai war in Nürnberg eine 22-jährige rumänische Prostituierte ermordet worden. Man fand ihre Leiche mit auf dem Rücken gefesselten Händen im sechsten Stock einer sogenannten Modelwohnung, die von Prostituierten in einem Nürnberger Mehrfamilienhauses genutzt wurde. Am 5. Juni wurde die Leiche einer 44-Jährigen aus China gefunden.
Der "Modus Operandi" im zweiten Mordfall war Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge fast derselbe wie beim ersten. Auch hier sei ein Brand zur Verdeckung der Straftat gelegt worden, das Opfer, ebenfalls eine Prostituierte, sei gefesselt worden. Die Ermittler hätten deshalb schnell vermutet, dass es sich um ein und denselben Täter handeln könne.
An beiden Tatorten seien DNA-Spuren des 21 Jahre alten Nürnbergers Felix R. sichergestellt worden, sagten die Ermittler. Als Tatmotiv habe der Arbeitslose Streitigkeiten mit den beiden Frauen genannt. Nach dem vollzogenen Sex sei es um die Frage gegangen, wie viel er zu zahlen habe. Die Angaben des Manns sollten nun aber in den weiteren Ermittlungen kritisch überprüft werden. Dabei solle auch geprüft werden, ob auch ein anderes - etwa sexuelles - Motiv vorliegen könnte.
Die Polizei war dem mutmaßlichen Täter durch die Auswertung von Telefonverbindungsdaten einer der beiden Getöteten auf die Spur gekommen. Der Mann hatte mit seinem Mobiltelefon Kontakt zu seinen Opfern gehalten. R. sei bisher nicht einschlägig polizeilich aufgefallen, sagten die Ermittler. Wegen eines Streits in der Familie, bei dem er eine Körperverletzung begangen habe, habe er im vergangenen Jahr einen zweiwöchigen Jugendarrest absolvieren müssen. Der zuletzt arbeitslos gemeldete Mann habe vor seiner Festnahme in einer Gemeinschaftsunterkunft in einem Zimmer mit mehreren anderen Männern gelebt.