Odenwald-Schule Missbrauchsermittlungen gegen Lehrer eingestellt
Wohnhaus der Odenwaldschule (Archiv): "Grenze von strafbaren Handlungen nicht überschritten"
Foto: Uwe Anspach / dpaDarmstadt/Heppenheim - Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Lehrer der umstrittenen Odenwaldschule wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eingestellt. Vernehmungen von Schülern hätten keine Anhaltspunkte für eine solche Straftat ergeben, teilte die Behörde mit. Die Ermittlungen gegen den 32-Jährigen wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie dauerten jedoch an.
Schüler hatten zuvor verdächtige Beobachtungen gemeldet. Sämtliche potenziellen Missbrauchsopfer seien befragt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Sie hätten "unterschiedliche Verhaltensweisen" des Lehrers geschildert, die Vernehmungen hätten jedoch "keine Anhaltspunkte für strafbare Missbrauchshandlungen des Lehrers ergeben".
Zu bewerten, ob der Lehrer gegen die Grundsätze der Schule verstoßen habe, sei nicht Aufgabe der Behörde, sagte der Sprecher weiter. "Die Grenze von strafbaren Handlungen ist nicht überschritten worden." Der Lehrer war kürzlich fristlos entlassen worden. Er hatte zugegeben, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen zu haben.
Vor vier Jahren waren nach langem Schweigen Informationen über Jahrzehnte zurückliegende sexuelle Übergriffe an dem Reform-Internat an die Öffentlichkeit gedrungen. Die Schule versprach darauf Reformen. Die Aufsichtsbehörden sehen sich in dem neuen Fall nicht ausreichend informiert. Die Odenwaldschule erhielt deshalb strengere Auflagen.