Österreich: Fünffachmord aus Geldnot? - DER SPIEGEL
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Österreich Fünffachmord aus Geldnot?

Erneute Familientragödie in Österreich: In Wien hat ein 39-Jähriger gestanden, seine Ehefrau, die siebenjährige Tochter sowie drei weitere Verwandte mit einer Axt erschlagen zu haben. Als mögliches Motiv hat die Polizei finanzielle Schwierigkeiten ausgemacht.
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Wien - Um 3.20 Uhr präsentiert sich ein Mann auf der Polizeiwache Lainzer Straße im Westen Wiens: "In meiner Wohnung liegen meine tote Frau und mein totes Kind", erklärt der 39-Jährige. Die verblüfften Beamten der Nachtschicht reagieren prompt und fahren in die Neue-Welt-Gasse im 13. Bezirk der Stadt.

Dort machen sie in einem Mehrfamilienhaus eine grausige Entdeckung: In einem begehbaren Schrank finden die Ermittler die Leiche einer Siebenjährigen, die offenbar mit einer Axt getötet wurde. Unweit des toten Mädchen liegt die Leiche der 42-jährigen Mutter - auch sie zeigt schwere Kopfverletzungen.

Doch es bleibt nicht bei den beiden Opfern. Nur kurze Zeit später stößt die Polizei in Linz und Ansfelden in Oberösterreich auf drei weitere Leichen - die der Eltern des Mannes sowie seines Schwiegervaters. Während eines Verhörs hatte der laut ORF in "verwirrtem Zustand" befindliche Mann den Beamten einen entsprechenden Hinweis gegeben.

Der 39-Jährige gestand die Morde an Eltern und Schwiegervater ebenso wie die an seiner Ehefrau und Tochter. Die Tatwaffe, die er laut eigenen Angaben selbst gekauft hatte, wurde laut Polizei noch nicht sichergestellt.

Ein erstes Motiv jedoch zeichnet sich ab: "Er hat sich von der Familie Geld ausgeborgt, damit spekuliert und verloren", sagte der Leiter der Ermittlungen, Thomas Stecher, vor Journalisten. Er habe die Familie ausgelöscht, "um ihr die Schmach zu ersparen", erklärte er. Einen sechsstelligen Euro-Betrag soll der 39-Jährige verloren haben - ob dies tatsächlich als Mord-Motiv reicht, werden die weiteren Ermittlungen zeigen.

Wie oft der Täter zuschlug, ob er vorbestraft oder psychisch krank war, ist bisher nicht bekannt. Die zuständige Polizeidienststelle wollte sich SPIEGEL ONLINE gegenüber nicht zu den Vorfällen äußern. Eine Sprecherin der Wiener Stadtpolizei bestätigte lediglich, dass der 39-jährige Tatverdächtige eine Aussage gemacht habe. Jetzt führten die Ermittler Befragungen durch und würden Tatortspuren auswerten. Auch eine gerichtsmedizinische Untersuchung sei angeordnet.

Der Sicherheitsdirektion Oberösterreich zufolge handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen gebürtigen Linzer. Vorrangig gehe es nun darum, die Zeitpunkte der Morde festzustellen, erklärte Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Man gehe zurzeit davon aus, dass die drei Opfer in Oberösterreich bereits Dienstagabend getötet wurden.

Zurzeit wird der mutmaßliche Täter weiter verhört. Die Polizei nimmt an, dass die dreiköpfige Familie allein in der Wohnung gelebt hat. Das Mädchen soll das einzige Kind des Paares gewesen sein.

ala