Oscar Pistorius bleibt wohl länger in Haft - DER SPIEGEL
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Vorzeitige Entlassung gestoppt Oscar Pistorius bleibt wohl länger in Haft

Am Freitag sollte Oscar Pistorius vom Gefängnis in den Hausarrest entlassen werden. Doch das südafrikanische Justizministerium spricht nun von einer "voreiligen Entscheidung" - und ordnet eine Überprüfung an.
Verurteilter Sprintstar (Archiv): Vorzeitige Entlassung wird geprüft
Verurteilter Sprintstar (Archiv): Vorzeitige Entlassung wird geprüft

Verurteilter Sprintstar (Archiv): Vorzeitige Entlassung wird geprüft

Foto: Siphiwe Sibeko/ REUTERS
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Der südafrikanische Paralympics-Sieger Oscar Pistorius wird am Freitag wahrscheinlich doch nicht vorzeitig aus der Haft entlassen. Die Entscheidung, den beidseitig beinamputierten Sprintstar von der Strafanstalt Pretoria in einen Hausarrest zu überstellen, sei "voreilig" gewesen und habe keine "rechtliche Grundlage", teilte Justizminister Michael Masutha mit. Der Spruch vom 5. Juni habe "keine rechtliche Basis" gehabt. Er werde daher ausgesetzt und vom zuständigen Gremium für Haftentlassungen geprüft.

"Das Komitee hat vier Monate, um die Sache zu beraten und zu entscheiden", sagte er der örtlichen Nachrichtenagentur News24 zufolge. Die Familie des Sportstars zeigte sich "schockiert und enttäuscht" darüber, dass Pistorius nicht wie geplant nach Hause komme.

Berufungsprozess beginnt im November

Der 28-Jährige war im vergangenen Jahr wegen fahrlässiger Tötung seiner damaligen Freundin Reeva Steenkamp zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Sechstel davon, zehn Monate, hat er im Gefängnis Kgosi Mampuru II nun abgesessen - daher kommt eine Entlassung infrage.

Die südafrikanische Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag wie angekündigt Berufung gegen das Urteil eingereicht. Sie verfolgt eine Anklage wegen Mordes, aus ihrer Sicht handelte der Sportler bewusst. Pistorius würde in diesem Fall eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren drohen. Die Berufungsverhandlung in Bloemfontein soll im November stattfinden.

Pistorius hatte Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 durch eine geschlossene Badezimmertür erschossen. Laut seiner Aussage vermutete er einen Einbrecher hinter der Tür.

kis/dpa/AFP