Philippinen Bewaffnete kapern Schulbus
Manila - Die zwei oder drei Täter setzen sich Rundfunkberichten zufolge für die Schulausbildung von 145 Kindern des Viertels ein. "Wenn ich die Zusicherung bekomme, dass diese Kinder eine Erziehung erhalten, werde ich mich ergeben", sagte einer der Kidnapper einem Radiosender in Manila. Bei den Tätern soll es sich nach unbestätigten Berichten um Lehrer der Kinder handeln. Manchen Berichten zufolge ist der Anführer der Rektor der Schule.
Ein Kind soll kurz nach der Entführung freigelassen worden sein: Ein an Fieber leidender Junge wurde einem Senator der Regierung übergeben, der in dem Bus mit den Geiselnehmern verhandelt hatte, wie der Rundfunk meldete. Unterschiedlichen Meldungen zufolge befinden sich außer den Geiselnehmern 29 bis 32 Kinder sowie zwei bis vier Lehrer an Bord des Busses.
"Ich möchte lediglich ihre Zukunft sicherstellen", sagte Geiselnehmer Jun Ducat. "Ich möchte diesen Kindern nichts antun. Ich liebe sie." Die überwiegend fünf Jahre alten Kinder wurden lächelnd und winkend an den Fensterscheiben des Busses gesehen. Der Bus ist von Polizeikräften vor dem Rathaus Manilas umstellt. "Ich gebe Ihnen mein Wort, ich werde mich um Ihre Forderungen kümmern", sagte Senator Ramon Revilla Junior in dem über Radio übertragenen Gespräch mit Ducat. "Ich werde mich um ihre Erziehung kümmern", sagte er.
Die Geiselnehmer drohten, sie seien unter anderem mit Pistolen, Handgranaten und einem Maschinengewehr bewaffnet. Sie kommunizierten mithilfe von Papptafeln aus dem Bus heraus mit der Polizei. Die Kinder befanden sich auf einem Ausflug. Eltern der als Geiseln genommenen Kinder eilten unterdessen zum Tatort. "Bitte lasst unsere Kinder frei", flehte eine der Mütter über Rundfunk die Geiselnehmer an.
"Bitte wartet nicht, bis etwas Schlimmes passiert". Schätzungen zufolge leben auf den Philippinen 1,5 Millionen Jungen und Mädchen auf der Straße. Weit über die Hälfte aller Kinder kommt über die zweite Schulklasse nicht hinaus, weil Armut sie zum Zupacken zwingt.
dab/dpa/AFP