Pistorius-Prozess: Steenkamp hatte "manchmal Angst" vor Pistorius - DER SPIEGEL
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Pistorius-Prozess: Dramatische Kurznachrichten

Foto: Chris Collingridge/ dpa

Kurznachrichten-Beweise im Prozess Steenkamp hatte Angst vor Pistorius

"Ich habe manchmal Angst vor dir": Im Prozess gegen Oscar Pistorius sind Kurznachrichten von Reeva Steenkamp öffentlich gemacht worden. Darin zeigt sie sich wenige Wochen vor den tödlichen Schüssen besorgt über das Verhalten ihres Freundes.
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Pretoria - Es sind mehr als tausend Nachrichten, durch die sich die Mobilfunkexperten der Polizei nach den tödlichen Schüssen auf Reeva Steenkamp arbeiteten. Das Model hatte sie an ihren Freund Oscar Pistorius geschickt - und dabei auch Sorge über sein Verhalten deutlich gemacht. So heißt es in einer der Mitteilungen, die ein Ermittler vor Gericht nun öffentlich gemacht hat: "Ich habe manchmal Angst vor dir und wie du mich anblaffst und wie du auf mich reagierst."

In der langen Nachricht vom 27. Januar 2013 habe Steenkamp dem Sportler zudem noch vorgeworfen, dass er "ständig" auf ihr herumhacke. An einem anderen Tag schrieb sie: "Ich kann nicht gleichzeitig von Außenstehenden (...) und dir attackiert werden, der einen Person, die mich beschützen sollte." Pistorius soll den Nachrichten zufolge häufig eifersüchtig geworden sein oder sich darüber aufgeregt haben, dass Steenkamp Kaugummi kaute oder mit einem Akzent sprach.

Der Experte sagte vor Gericht in Pretoria allerdings auch aus, dass 90 Prozent der Texte liebevoll gewesen seien. "Ich will einfach nur geliebt werden und einen anderen Menschen glücklich machen", heißt es in einer Nachricht von Steenkamp. "Ich finde, wir sind großartig zusammen." Die Polizei hatte in Pistorius' Haus zwei iPhones, zwei Blackberries und zwei iPads gefunden und die darauf gespeicherten Nachrichten und Verbindungsdaten ausgewertet.

Vor dem Polizisten hatte am Montag eine Nachbarin ausgesagt, die den Angeklagten mit ihrer Aussage belastete. Anette Stipp sagte aus, sie habe in der Tatnacht erst Schüsse und dann Schreie einer Frau gehört, anschließend seien weitere Schüsse gefallen. Damit erschütterte sie die Darstellung von Pistorius, wonach er seine Freundin für einen Einbrecher gehalten und daraufhin geschossen habe.

Der 27-Jährige muss sich seit Anfang März vor Gericht verantworten. Der unterhalb der Knie amputierte Sprintstar hatte seine Freundin in der Nacht zum Valentinstag vergangenen Jahres durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses erschossen.

vks/AFP/AP