Beruf Gangster – Teil 4 Gold, Gier und Größenwahn
Das Telefon klingelt am frühen Morgen in der Suite, die Asier Rodríguez zur Planung seines neuesten Coups angemietet hat. Es ist ein gefakter Weckruf für den Kopf der AMG-Bande. Vor der Tür steht das echte SEK. Die Beamten überrumpeln und verhaften ihn im Luxushotel. Er hatte sich an den Lebensstil gewöhnt, nachdem die AMG-Bande den Stand ihres Vermögens nach jeder Straftat mit Geldzählmaschinen ermitteln musste.
Ihr Statussymbol: Gummibänder. Je mehr man davon hatte, desto mehr Ansehen genoss der Geldbündelbesitzer.
Asier Rodríguez Santos hat aber auch einiges in Fortbildungsmaßnahmen reinvestiert, zum Beispiel in ein 50.000-Euro teures »Seminar zum Öffnen von Tresoren«. Mit seiner ersten Million stieg er auch in den internationalen Goldhandel ein. Dazu flog er nach Dubai und machte, wie er sagt, den »Bachelor in Gold« bei einem Schweizer Händler. Im Vergleich zum Prunk und Reichtum im Emirat erschien ihm seine erste Million geradezu lächerlich. Der Goldhandel sollte ihn richtig reich machen, so war der Plan.
Doch die Ironie des Schicksals schlug zu: Der falsche Geldtransporter ihres spektakulärsten Coups von Gronau hatten sie für den Goldtransport nach Afrika verschifft. Im Kongo wurde der Wagen überfallen und ausgeraubt. Asier Rodríguez Santos war für seine Verhältnisse ruiniert, er nannte es ein »Cash-Flow-Problem«. Zurück in Deutschland planten er und seine Komplizen akribisch drei neue Taten. Dabei wurden sie, ohne es zu ahnen, abgehört. Sie waren sich ihrer Sache zu sicher geworden. Die Polizei sammelte wichtige Beweise zu den geplanten Straftaten, für die die AMG-Bande später auch verurteilt wurde.
In der vierten Episode »Im Verhör: Beruf Gangster« schildert Asier Rodríguez Santos, warum am Ende alles zu viel wurde. Aus den Überwachungsprotokollen geht hervor, dass die AMG-Bande sogar manchmal das Ziel ihrer Operationen verwechselte: Welche Sparkasse war es denn jetzt, die in Kamen oder in Werne?
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