Polizistenmord: "Phantom" hinterlässt neue Spur - DER SPIEGEL
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Polizistenmord "Phantom" hinterlässt neue Spur

Überraschende Wendung im Heilbronner Polizistenmord: Die DNA der mutmaßlichen Täterin ist erneut aufgetaucht - im Auto des Mannes, der drei Georgier ermordet haben soll. Und der als V-Mann für die Polizei arbeitete.
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Heilbronn - Es ist eine Verbindung, die niemand für möglich gehalten hat: Bei den Ermittlungen in dem Dreifachmord von Heppenheim stießen die Kriminalisten nun auf eine Spur, die sie erschaudern ließ. In dem von Talip O. benutzten Ford Escort fanden sie das DNA-Material jener Frau, deren genetischer Fingerabdruck bereits Ende April 2007 am Dienstauto der zwei auf der Heilbronner Theresienwiese niedergeschossenen Polizisten gesichert worden war. Eine 22-jährige Polizeimeisterin war dabei getötet worden, ihr zwei Jahre älterer Kollege überlebte den Mordanschlag schwer verletzt.

"Der Fall wird immer mysteriöser", sagte ein Sprecher der Polizei Heilbronn SPIEGEL ONLINE. Brisant wird die Sache auch deshalb, weil Talip O. als V-Mann des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA) arbeitete, und der weiße Ford Escort, in dem sich nun die DNA fand, von der Polizei zur Verfügung gestellt worden war. "Wir wollen nun Bezüge herstellen und wissen, wann und wie die Spur ins Fahrzeug gekommen ist", sagte ein Polizeisprecher.

Bisher könnten weder Aussagen zum Alter der fraglichen DNA-Spur getroffen werden, noch wie sie in das Fahrzeug der Tat von Heppenheim gelangt sei, sagte Oberstaatsanwältin Gisa Thermann SPIEGEL ONLINE. Der Gebrauchtwagen sei im Frühsommer 2007 vom LKA gekauft und im Oktober Talip O. zur Verfügung gestellt worden.

Um mehr Klarheit im Zusammenhang mit der DNA-Spur zu erhalten, will eine eigens gebildete Ermittlungsgruppe im LKA zurückverfolgen, in wessen Besitz das Tatauto war, bevor es der V-Mann erhalten hat, wie Thermann sagte. Talip O. und sein mutmaßlicher Komplize, der Somalier Ahmed H., seien bereits befragt worden, konnten jedoch keine Hinweise geben, fügte sie hinzu. Zugleich arbeiten die Soko "Georgien" und die Soko "Parkplatz" den Angaben zufolge jetzt enger zusammen.

Ein "ursächlicher Zusammenhang" mit dem Mord an den drei Ende Februar tot in einem Nebenarm des Rheins nördlich von Mannheim gefundenen Autohändlern aus Georgien sei nicht erkennbar. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal geht davon aus, dass die Männer Ende Januar in der Nähe von Heppenheim in Südhessen getötet wurden. Talip O. und Ahmed H. sitzen deshalb in Untersuchungshaft.

LKA-Präsident Hans-Heinrich Preußinger hatte Ende Februar gesagt, der V-Mann O. habe von der Behörde den Ford Escort zur Verfügung gestellt bekommen, um an Treffen von Islamisten teilnehmen zu können. Das Fahrzeug war nach seinen Worten mit einem GPS-Gerät ausgestattet, so dass die Beamten jede Fahrzeugbewegung mitverfolgen konnten. So sei man auch auf den Fundort der Leichen gekommen. Das Auto wurde am Frankfurter Flughafen gefunden. Darin fanden Ermittler Blutspuren, die von einem der georgischen Opfer stammten.

Das DNA-Material der Frau, die auch das "Phantom" genannt wird und die Heilbronner Polizistin getötet haben könnte, wurde auch im August 2007 nach Einbrüchen in Gartenhütten in Kornwestheim bei Stuttgart sichergestellt. Sie hatte auch bei zahlreichen weiteren Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Frankreich und Österreich Spuren hinterlassen. Das genetische Material wird mit einer Unbekannten in Verbindung gebracht, die 1993 in Idar-Oberstein eine Rentnerin und 2003 einen Rentner in Freiburg getötet haben soll.

jdl/ddp/dpa/AP

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