Pooth-Pleite "Ich war kaufmännisch überfordert"
München/Düsseldorf - Es passt zur Seifenblasen-Symbolik der Causa Pooth, dass sich der pleite gegangene Düsseldorfer Unternehmer ausgerechnet in der Illustrierten "Bunte" erstmals ausführlich zu seinem Bankrott äußert. Begleitet das Prominenten-Blatt doch bereits seit Jahren die schillernden Auftritte der Pooth-Gattin Verona und übte sich auch anlässlich der von Werbepartnern gesponserten XXL-Hochzeit des Paares in jubilierender Hofberichterstattung.
Pooths Erklärungsversuche zur Insolvenz der Düsseldorfer Elektronik-Firma Maxfield, als deren Geschäftsführer er fungierte, klingen kläglich: "Im Nachhinein musste ich erkennen, dass ich im letzten Jahr kaufmännisch überfordert war", sagte Pooth dem Blatt. "Irgendwann wuchs mir die Krise komplett über den Kopf."
Durch die Insolvenz habe er "finanziell gesehen fast alles verloren, was ich mir in den letzten acht Jahren hart verdient habe".
Der Ehemann von Werbestar Verona Pooth, gegen den wegen Insolvenzverschleppung und Bestechung ermittelt wird, stellte klar, dass er den Insolvenzantrag am 18. Januar 2008 "gegen den Rat der Banken" gestellt habe. Es sei "in der Krisensituation sicherlich einiges schief gelaufen. Die Vorwürfe stehen im Raum und belasten mich." Er sei zudem "mehr als bemüht, das aufzuklären".
Auch im Umgang mit den Vorständen der Düsseldorfer Sparkasse, die Pooth mit Geschenken bestochen haben soll, bekannte sich der Unternehmer zu Fehlern: "Ich mache mir den Vorwurf, dass ich Privates und Geschäftliches zu sehr vermischt habe, auch wenn - wie ich meine - diese private Ebene von den Sparkassenvorständen gewollt war."
Die "Bild"-Zeitung, welche seit der Aufdeckung der Affäre Pooth fulminante Attacken gegen den Verona-Gatten fährt, hatte zuletzt in großen Lettern von einem Dubai-Urlaub des Ehepaars Pooth berichtet. "Trotz 27 Millionen Schulden leistete er sich mit Ehefrau Verona einen Luxus-Urlaub in Dubai", hieß es in der Berichterstattung. Dann wird ein "aufgebrachter Gläubiger" zitiert: "Schämt Franjo sich denn gar nicht?"
Die Vorwürfe der Gläubiger machten ihm "Tag und Nacht zu schaffen", sagte Pooth in zerknirschtem Sound nun der "Bunten". Es sei "eine Riesensauerei" ihm zu unterstellen, er habe kein Empfinden gegenüber den Geschädigten. "Gerade die kleinen Gläubiger tun mir aufrichtig leid", sagte Pooth. Er dürfe aber "aus rechtlichen Gründen keine Gläubiger bevorzugt bedienen".
pad/ddp