Prozess in Köln: Mutmaßliche Dopingmischer vor Gericht - DER SPIEGEL
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Produktion in "Untergrundlabors" Mutmaßliche Dopingmischer vor Gericht

Die Verlesung der Anklage dauerte mehrere Stunden: In Köln hat der Prozess gegen eine Bande begonnen. Sie soll die Bodybuilder-Szene illegal mit selbstgemischter Arznei versorgt haben.
Pillen und Verpackungen mit Anabolika-Präparaten (Archiv): Prozess gegen mutmaßliche Dopingmischer
Pillen und Verpackungen mit Anabolika-Präparaten (Archiv): Prozess gegen mutmaßliche Dopingmischer

Pillen und Verpackungen mit Anabolika-Präparaten (Archiv): Prozess gegen mutmaßliche Dopingmischer

Foto: Patrick Lux/ dpa
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Die Rohstoffe kamen aus China, die geheimen Labors wurden in Deutschland eingerichtet. Vier Männer müssen sich vor dem Landgericht Köln wegen illegaler Herstellung von Dopingmitteln verantworten. Die Staatsanwältin wirft den Angeklagten vor, unter anderem in angemieteten Lagerhallen verschreibungspflichtige Arzneien hergestellt zu haben - in "Untergrundlabors", wie sie formulierte.

Ein weiterer Angeklagter soll mit seiner Kölner Firma geholfen haben, Tabletten und Kapseln zu pressen. Über eine sechste Angeklagte lief die Abrechnung auf Konten im Ausland, so der Vorwurf.

Die Ermittler gehen von einer für Außenstehende fast unüberschaubaren Zahl an Fällen und verwendeten Chemikalien aus. Die Verlesung der Anklageschrift nahm Stunden ein. In unterschiedlichen Konstellationen soll die Gruppe über mehrere Jahre bis 2012 gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen haben. Die Rohstoffe für ihr Geschäft kamen der Staatsanwaltschaft zufolge vor allem aus China.

Vertrieb über das Internet

Die Hauptvorwürfe richten sich an die vier Männer, die in Deutschland daraus unter anderem Anabolika für die Fitnessszene aufbereitet haben sollen. Der Vertrieb lief demnach vor allem über das Internet, die Abnehmer zahlten per Vorkasse. Zum Teil seien die Rohstoffe, die beispielsweise als "Minzöl" aus dem Ausland kamen, auch ohne Verarbeitung direkt weiterverkauft worden.

Die Mittel waren der Anklage zufolge auch nicht immer richtig gekennzeichnet: Der Wirkstoffgehalt sei teilweise niedriger gewesen als angegeben, teilweise seien Stoffe enthalten gewesen, die nicht aufgeführt waren. Die Polizei stellte bei Durchsuchungen diverse Präparate sicher.

Zu den Vorwürfen äußerten sich die Angeklagten am ersten Prozesstag nicht. Zum Teil sollen sie die Anschuldigungen allerdings bereits eingeräumt haben.

wit/dpa

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