Prozess Polizist gesteht Kindesmissbrauch
Berlin - Es waren Worte des Bedauerns: Der vom Dienst suspendierte Kriminalbeamte ließ seinen Verteidiger mitteilen, er empfinde "große Scham darüber, es nicht geschafft zu haben, die moralisch und rechtliche Grenze gegenüber den Kindern einzuhalten".
In dem Verfahren müssen sich der 52-Jährige wegen der Missbrauchstaten an den Kindern sowie die Eltern eines Opfers verantworten. Der 49-jährigen Frau und ihrem 53-jährigen Ehemann wird Beihilfe zum Kindesmissbrauch durch Unterlassen vorgeworfen.
Der Polizist ist angeklagt, die damals achtjährige Tochter der Eheleute in den Jahren 2004 bis 2007 in deren Marzahner Wohnung rund 80 Mal sexuell missbraucht und von dem Kind pornografische Fotos gemacht zu haben.
Das Ehepaar soll ihre Tochter dem befreundeten Mann dafür zur Verfügung gestellt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter vor, das Geschehen über Jahre geduldet zu haben. Auch die Eheleute gaben über ihre Anwälte zu, von den Sexübergriffen "Kenntnis" gehabt zu haben. Aber nicht nur an der Tochter, sondern auch an einer Freundin des Mädchens soll sich der Polizisten mehrfach vergangen haben.
Zudem wird dem Vater zur Last gelegt, seine eigene Tochter vor den Augen des Kommissars, der fotografierte, missbraucht zu haben. Erst im Oktober hatte die Mutter Anzeige erstattet. Die Tochter ist derzeit in einer Jugendschutzeinrichtung untergebracht.
jdl/ddp