Prozess um Säureanschlag - DER SPIEGEL
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Säureanschlag auf Chef Sechs Jahre Haft für Bolschois Startänzer

Die Ermittler sprechen von einer Racheaktion, weil er keine großen Rollen bekam. Der frühere Startänzer Pawel Dmitritschenko ist von einem Gericht in Moskau für die Säure-Attacke auf den Ballettchef des Bolschoi-Theaters verurteilt worden. Er muss sechs Jahre in Haft.
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Moskau - Elf Monate nach dem Säureanschlag auf den Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters hat ein russisches Gericht den Solotänzer Pawel Dmitritschenko schuldig gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 29-Jährige im Januar zwei Bekannte zu dem Attentat auf den Ballettchef Sergej Filin angestiftet hat. Es verurteilte Dmitritschenko zu einer Haftstrafe von sechs Jahren.

Den mutmaßlichen Täter der Attacke verurteilte das Gericht zu zehn Jahren Gefängnis, einen weiteren Komplizen zu vier Jahren.

Dmitritschenko hatte sich am künstlerischen Führungsstil seines Chefs gestört. Das Verbrechen hatte wegen seiner Brutalität in der internationalen Kulturszene großes Entsetzen ausgelöst.

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Anschlag auf Sergej Filin: Bolschoi-Prozess endet mit Schuldsprüchen

Foto: MAXIM SHEMETOV/ REUTERS

Filin hatte bei der Attacke vor seinem Wohnhaus im Januar schwere Verätzungen im Gesicht erlitten und musste sich mehr als 20-mal operieren lassen. Er war nahezu erblindet. Im September war er nach Moskau zurückgekehrt, um seine Arbeit wieder aufzunehmen.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten neun Jahren Haft für Dmitritschenko. Im Fall des Täters und des Komplizen folgten die Richter dem Plädoyer der Ankläger.

Nach Überzeugung der Ermittler hatte sich Dmitritschenko dafür rächen wollen, dass Filin ihm und seiner damaligen Freundin Angelina Woronzowa große Rollen verweigerte. Der Tänzer hatte sich vor Gericht entschuldigt und eine moralische Verantwortung zugegeben. Er beteuerte aber, nicht in die konkrete Planung der brutalen Attacke eingebunden gewesen zu sein.

bim/Reuters/dpa